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<journal-title>Geographica Helvetica</journal-title>
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<issn pub-type="epub">2194-8798</issn>
<publisher><publisher-name>Copernicus GmbH</publisher-name>
<publisher-loc>Göttingen, Germany</publisher-loc>
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      <article-id pub-id-type="doi">10.5194/gh-70-157-2015</article-id><title-group><article-title>Städte und ihre Eigenlogik. Ein Handbuch für Stadtplanung und Stadtentwicklung</article-title>
      </title-group><?xmltex \runningtitle{St\"{a}dte und ihre Eigenlogik. Ein Handbuch f\"{u}r Stadtplanung und Stadtentwicklung}?><?xmltex \runningauthor{R.~Monheim}?>
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          <name><surname>Monheim</surname><given-names>R.</given-names></name>
          <email>rolf.monheim@uni-bayreuth.de</email>
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        <aff id="aff1"><institution>Abteilung Angewandte Stadtgeographie, Universität Bayreuth, Bayreuth, Germany</institution>
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      <author-notes><corresp id="corr1">R. Monheim (rolf.monheim@uni-bayreuth.de)</corresp></author-notes><pub-date><day>20</day><month>May</month><year>2015</year></pub-date>
      
      <volume>70</volume>
      <issue>2</issue>
      <fpage>157</fpage><lpage>159</lpage>
      
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<license-p>This work is licensed under a Creative Commons Attribution 3.0 Unported License. To view a copy of this license, visit <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/">http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/</ext-link></license-p>
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      <?xmltex \hack{\gdef\abstractexists{true}}?>
      <p><?xmltex \hack{\noindent}?><italic>Löw, M. und Terizakis, G. (Hrsg.): Städte und ihre Eigenlogik. Ein Handbuch für Stadtplanung und Stadtentwicklung, Campus (Interdisziplinäre Stadtforschung Band 11), € 29,90, Frankfurt am Main/New York, 255 S., ISBN: 978-3-593-39534-0, 2011.<?xmltex \hack{\newline}?><?xmltex \hack{\newline}?></italic></p>
      <p><?xmltex \hack{\noindent}?>Ausgangspunkt dieses „Handbuchs“ ist das langjährige
interdisziplinäre Forschungsprojekt „Eigenlogik der
Städte“, das federführend am Stadtforschungsschwerpunkt des
Instituts für Soziologie der TU Darmstadt angesiedelt war. Ziel der
Zusammenstellung von 23 Beiträgen mit 22 Autoren ist es, Anregungen
für ein „Neudenken“ der täglichen Planungspraxis zu
geben, das auf eine stärkere Berücksichtigung der Besonderheiten der
jeweiligen Städte hinausläuft. Das bedeutet, dass nicht auf die
theoretischen Auseinandersetzungen mit dem Konzept der „Eigenlogik“ eingegangen wird, auf das Spannungsfeld zwischen
nomothetischem, auf verallgemeinerbare Regelhaftigkeiten orientiertem
Forschungsinteresse und dem Anliegen, die spezifische Individualität von
Städten herauszuarbeiten (Berking und Löw haben hierzu 2008 eine
umfassende Zusammenstellung herausgegeben und für Löw bildet die
Eigenlogik einen zentralen Ansatz ihrer ebenfalls 2008 veröffentlichten
Stadtsoziologie). Stattdessen wird in kurzen Essays die Bedeutung von
Eigenlogik veranschaulicht. Eingerahmt von Beiträgen der Herausgeber,
die den allgemeinen Bezug zur Planungspraxis aufzeigen, wird in vier
Themenblöcken die Stadt als Raum der Wirtschaft, Kultur, gebauter
Materialität sowie Politik betrachtet. Jeder Themenblock beginnt mit
einer allgemeinen Einführung, beleuchtet dann Teilaspekte und
exemplifiziert diese an konkreten Städtebeispielen (Städtevergleiche
bilden ein zentrales methodisches Instrument).</p>
      <p>Dem interdisziplinären Ansatz entsprechend kommen die Autoren aus neun
Fachrichtungen, doch bleibt der Bezug zur Stadtsoziologie unverkennbar. Alle
sind Mitglieder der TU Darmstadt (dadurch fehlt leider die dort nicht
vertretene Geographie, obwohl sie sicher eine gute Ergänzung gebildet
hätte), überwiegend im Rahmen des Schwerpunktes „Eigenlogik der
Städte“, der vom Land Hessen in seiner „Landes-Offensive zur Entwicklung wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz
(LOEWE)“ gefördert wurde, sowie der Graduiertenschule URBANgrad.</p>
      <p>Die „Eigenlogik“ äußert sich im unhinterfragten,
intuitiven Handeln. Während die meisten Wissenschaftler davon ausgehen,
„dass Städte eine Untergliederung von ‚Gesellschaft‘
sind<inline-formula><mml:math display="inline"><mml:mi mathvariant="normal">…</mml:mi></mml:math></inline-formula>, nur das Labor sind, um dort Gesellschaft zu
analysieren“, beharrt das Konzept der Eigenlogik „darauf, die
Stadt selbst in den Blick zu nehmen und auf die Ganzheit dieser einen Stadt
zu blicken“, also nicht „in den Städten zu forschen,
sondern die Städte selbst zu erforschen“ (Terizakis: 13f.). Es bezieht
sich auf die in der Tradition von Pierre Bourdieux stehende Praxistheorie,
nach der „jeder Ort seine eigene Logik aufweist und spezifische
Handlungen nahe legt“ (ebenda). Diese zeigt sich in Alltagsroutinen sowie
kollektiven Praxisformen, in lokalen Wissensbeständen, Ausdrucksformen
oder Netzwerken. „Diese Muster müssen als wiederkehrende
erkennbar und somit wissenschaftlich überprüfbar sein, um als
(Eigen-)Logik zu gelten“. Dabei geht es im Wesentlichen um städtische
Phänomene auf mittlerer Ebene.</p>
      <p>Ein zentrales Anliegen der Forschung ist es, im direkten Austausch die
wissenschaftlichen Erkenntnisse in Alltagsroutinen der Praxis einfließen
zu lassen und das Zusammenleben zu verbessern, also das „Untersuchungsobjekt“
Stadt durch Forschung mitzugestalten. Dies führt
vielfach zu stark normativen Aussagen.</p>
      <p>Im Folgenden kann nicht auf jeden einzelnen Beitrag eingegangen werden,
zumal sie z.T. als knappe Essays eher Gedankenskizzen für erst noch
durchzuführende Forschungen bleiben. Stattdessen sollen einige
exemplarisch vorgestellt werden.</p>
      <p>Im Themenblock „Wirtschaftsraum“ zeigt Sybille Frank, wie sich
ein Stadtmarketing nicht an allgemeinem Rezeptwissen, sondern am lokal
Spezifischen orientieren sollte. Nach ökonomiekritischer Wahrnehmung
wird Stadtmarketing von einer Expertenelite unabhängig von der
spezifischen Sinnwelt der Stadt an globalen Marktansprüchen orientiert
und dann der Bevölkerung oktroyiert, die somit durch die Reduktion auf
das professionell produzierte Image als „Opfer“ von
Globalisierungs- und Hegemonisierungsprozessen erscheint. Bei einem an der
Eigenlogik ausgerichteten Stadtmarketing sind die professionellen Akteure
Teil der Stadt und von deren Eigenlogik beeinflusst. Dadurch spiegelt das
Marketingimage deren Besonderheit, wie sie im alltäglichen Verhalten der
lokalen Bevölkerung erkennbar wird. In diesem ganzheitlichen Bild wirken
„materielle Gegebenheiten, Images, Narrative und lokale
Routinen gleichberechtigt zusammen“ (S. 43).</p>
      <p>Technologischer Fortschritt gilt zwar als entscheidende Grundlage der
Wirtschaftsentwicklung; klassische Faktoren, wie eine den Wissensaustausch
begünstigende Bevölkerungsdichte, können aber die Intensität
urbaner Innovationssysteme nur unzureichend erklären. Johannes Rode
zeigt am Vergleich zwischen Silicon Valley und der Route 128 bei Boston, wie
mentalitätsbedingte Unterschiede der sozialen Systeme die Dynamik
beeinflussen: Im Silicon Valley starke Risikobereitschaft (Scheitern als
Chance), häufige Arbeitsplatzwechsel, junge Startups,
firmenübergreifende Netzwerke, in Boston bei zunächst ähnlicher
industrieller Ausrichtung Dominanz konservativer Werte wie
Firmenloyalität, Stabilität und geringere Risikobereitschaft.</p>
      <p>Am Beispiel migrantischer Unternehmen in Köln-Ehrenfeld zeigt Raika
Espahangizi die Notwendigkeit, „den Anteil von Migration am
urbanen Wandel und bei der Entwicklung neuer Urbanitätsformen
anzuerkennen (und) Einwandererquartiere nicht nur als Problemviertel
desintegrierter Bevölkerungsanteile zu sehen, sondern die dort lebenden
Menschen als ‚Experten ihres Alltags‘ zu begreifen“. Eine wichtige
Bedingung für die Entwicklung selbstverständlicher
Transkulturalität wird in der Kommunikationsfreudigkeit und Toleranz der
Kölner gesehen. Die migrantischen Ökonomien sind in vielfältiger
Weise mit den lokalen Milieus vernetzt.</p>
      <p>Die Kultur <italic>einer</italic> Stadt bezeichnet im Unterschied zur Kultur <italic>der</italic> Stadt und den Kulturen
<italic>in der</italic> Stadt deren ganz spezifische Eigenart als Produktion und Reproduktion von
Sinnzusammenhängen. Ein planerisches Anwendungsbeispiel ist die
unterschiedliche Bedeutung, die verschiedene Städte ihrem Denkmalerbe
für ihr jeweiliges Image beimessen. Gerhard Vincken zeigt dies am
Vergleich von Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt. In Frankfurt bildet das
(rekonstruierte) mittelalterliche Erbe einen zentralen ideellen Bezugspunkt,
in Wiesbaden findet das zur Zeit der Rheinromantik noch touristisch in Wert
gesetzte mittelalterliche Erbe heute kaum Interesse, im Unterschied zu den
ausgedehnten historischen Parkanlagen, in Darmstadt stehen „im
sehr inhomogenen Stadtbild, das stark vom Wiederaufbau geprägt ist,
Architekturen unterschiedlicher Epochen unbeeindruckt nebeneinander“ –
alle Epochen sind wichtig, die Vielfalt soll eine möglichst breite Basis
bilden (S. 75). Diese Unterschiede der Sinnzuschreibung an Baudenkmale sind
für ihn Ausdruck historisch gewachsener Eigenlogiken. Für die
Denkmalpflege ergibt sich eine jeweils andere Debatte des Spannungsfeldes
zwischen „authentischer Geschichte und dem Trug der Bilder“,
zwischen Vergangenheits- und Gegenwartswert von Denkmälern und ihrer
Emotionalität (hierzu fand ein eigener Planerworkshop statt).</p>
      <p>Am Beispiel der Mode-Szenen in München und Frankfurt zeigt Kristina
Siekermann anschaulich, wie diese mit dem unterschiedlichen Lebensgefühl
und der Selbstdarstellung der jeweiligen Stadtgesellschaften korrespondieren
– in München lokal und beharrend, mit Hang zu Glamour und Pracht
(Residenz!), in Frankfurt pragmatisch, businessbezogen und bürgerlich
(Freie Reichsstadt). Dabei gibt es in Frankfurt eine bemerkenswerte Dynamik
junger DesignerInnen. Eigenlogik sollte also nicht statisch gesehen werden.</p>
      <p>Der normative Ansatz in der Betonung des Lokalen wird sehr deutlich im
Beitrag des Sportwissenschaftsprofessors Franz Bockrath über Sport im
öffentlichen Raum. Einerseits wirkt die zunehmende globale
Reglementierung vereinheitlichend, besonders bei Stadionbauten an nicht
integrierten Standorten. Andererseits „ist das globale Produkt
Fußball nur deshalb so erfolgreich, weil es alltagskulturelle Muster und
Identitäten aufnimmt und ausbildet, die weniger durch internationale
Regelungen und Normierungen als vielmehr durch die jeweiligen Besonderheiten
‚vor Ort‘ geprägt sind“ (S. 122). Zwar überwiegen derzeit bei
Stadionneubauten noch ökonomische Effizienzüberlegungen und
Orientierung an internationalen Vergleichsmaßstäben. Das lokale
Identitätspotenzial ungenutzt zu lassen, bedeutet aber nach Bockrath
„eine Schwächung der Städte wie auch des
Sports<inline-formula><mml:math display="inline"><mml:mi mathvariant="normal">…</mml:mi></mml:math></inline-formula> Dagegen verspricht erst die wechselseitige Integration
von Stadt und Stadion unter Berücksichtigung lokaler Anordnungen und
Besonderheiten ‚echte Heimspielatmosphäre‘“ (S. 122).</p>
      <p>Im Abschnitt „Stadt als gebauter Raum“ vergleicht Annette
Rudolph-Cleff die Grundlinien städtebaulicher Entscheidungen zwischen
den barocken Residenzstädten Mannheim und Karlsruhe (zu Mannheim hatte
der Forschungsschwerpunkt im Hinblick auf die Bewerbung zur Kulturhauptstadt
2020 eine umfassende Studie durchgeführt). Karlsruhe betont seine
hervorragende städtebauliche Situation und fordert für seine
Hauptachsen eine durchgängig identitätsbildende Formensprache,
während Mannheim nicht das einheitliche „Gesamtbild aus
Gebäuden und Freiräumen (sucht), sondern den lebhaften Dialog
zwischen Stadtachsen, Plätzen und Nebenstraßen. Das barocke Erbe
wird überlagert von Alltagskulturen und fortgeschrieben mit neuen
Hierarchien“ (S. 147).</p>
      <p>Im Abschnitt „Stadt als politischer Raum“ vergleicht Julian
Wekel die Planungskulturen von Frankfurt und München. Hier zeigen sich
sowohl bei der Auswahl der Dezernenten als auch bei der Vorbereitung
großer Projekte deutliche Unterschiede. Frankfurt besetzt die
Leitungsfunktion intern mit einer Persönlichkeit, „die
möglichst über Rückhalt in der Kommunalpolitik verfügt und
von dieser Basis aus die sachpolitischen Aufgaben angemessen bewältigen
soll“, München veranstaltet nach republikweiter Ausschreibung ein
aufwändiges Bewerbungsverfahren (S. 219). In ähnlicher Weise werden
Projekte in Frankfurt „von Fall zu Fall am Tisch des
Stadtbaurats mit Entwicklern und Bauherren ausgehandelt“, dann den
Politikern erläutert und um Zustimmung geworben. Dagegen ist München
„durch eine hoch systematische Entwicklungsplanung
gekennzeichnet“, die einen Rahmen für das Verwaltungshandeln vorgibt,
innerhalb dessen Einzelvorhaben beurteilt werden sollen. Der Umgang mit
Städtebau ist entsprechend einer historischen Prägung der Freien
Reichsstadt als Handels- und Kaufmannstadt pragmatisch und „von
wertleitenden, stadtweit gültigen Regelwerken unberührt“; dagegen
kennzeichnet München „die kulturelle und politische
Prägung<inline-formula><mml:math display="inline"><mml:mi mathvariant="normal">…</mml:mi></mml:math></inline-formula> als weltliche wie kirchliche Residenz mit ihrer
Orientierung an obrigkeitlichen, formellen Regularien und Zeremonien“ (S. 221).
Speziell zur Innenstadtentwicklung zeigen sich zwischen verschiedenen
Städten deutliche Unterschiede der Herangehensweise und des Engagements
der Bürgerschaft, in denen Wekel Bezüge „zu
spezifischen, als ‚eigenlogisch‘ zu charakterisierenden Bedingungen“
sieht. Neben allgemein gültigen Best-Practice-Erfahrungen ist es deshalb
erforderlich, „‚maßgeschneidert‘ auf die
Opportunitäten und Restriktionen jeweiliger stadtinhärenter
Konstellationen zu reagieren“ (S. 223).</p>
      <p>In einem Beitrag zu stadttypischen Formen der Bürgerbeteiligung
vergleichen Nicola Below und Jaqi Dopfer ebenfalls Frankfurt und
München. Sie fragen nach handlungsleitenden Rahmenbedingungen, um daraus
Hypothesen zu Handlungslogiken und Motiven der Stakeholder für ein
weiter führendes Forschungsprojekt abzuleiten.</p>
      <p>Martina Löw schließt das Handbuch mit einigen knappen Empfehlungen
für Stadtplanung und Stadtentwicklung ab, die sich an den Kernthemen
politischer Programme orientieren und „ergänzende
Perspektiven“ eröffnen sollen. Es geht um die Ausgewogenheit zwischen
Innenorientierung („Besonderheiten der jeweiligen
Sozialität, Interkulturalität und Geschichte“) und
Außenorientierung. Externe Expertise soll dabei helfen,
„die Reproduktion wenig zielführender Routinen zu vermeiden“ (S. 248).</p>
      <p><?xmltex \hack{\newpage}?>Mit dem Konzept der Eigenlogik soll ein „blinder Fleck“
bisheriger Untersuchungen aufgehellt werden, um den Planern zu einem
besseren Verständnis lokaler Stärken und Schwächen, Potenziale
und Risiken zu verhelfen. Der Rezensent erlebt in seiner eigenen
Tätigkeit immer wieder, wie Kennziffern schematisch herangezogen werden,
um zu beurteilen, was machbar ist (z.B. Parkkapazitäten, Größe
von Fußgängerbereichen, Verkaufsfläche von Einkaufszentren),
obwohl die Empirie enorme Gestaltungsspielräume zeigt. Hier könnte
die Berücksichtigung der Eigenlogik mehr Mut zur Ausschöpfung
lokaler Spielräume ermöglichen.</p>
      <p>An dem von Martina Fendt dargestellten Beispiel der Auseinandersetzung um
die Gestaltung und Nutzung der Grünflächen vor dem Wiesbadener
Kurhaus im Spannungsfeld zwischen modernen Verwertungsinteressen von Politik
und Kurverwaltung (Tiefgarage, Events) und bürgerschaftlichen
Bewahrungsanliegen (Naturschutz, Gartendenkmalpflege) zeigt sich allerdings,
dass auch der Ansatz der Eigenlogik keine Patentlösung ergibt. Mehr
Transparenz und Kooperationsbereitschaft mit dem Wissen um die
Hintergründe von Interessenlagen sollte jedoch das Aushandeln von
Konflikten erleichtern, statt Bürgerbeteiligung als notwendiges Übel
nur pro forma durchzuführen.</p>

      
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    <title>Literatur</title>

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Berking, H. und Löw, M.: Die Eigenlogik der Städte. Neue Wege für
die Stadtforschung, Campus, Frankfurt am Main/New York, 2008.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib2"><label>2</label><mixed-citation>
Löw, M.: Soziologie der Städte, Suhrkamp, Frankfurt am Main, 2008.</mixed-citation></ref>

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