<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<!DOCTYPE article PUBLIC "-//NLM//DTD Journal Publishing with OASIS Tables v3.0 20080202//EN" "journalpub-oasis3.dtd">
<article xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xmlns:mml="http://www.w3.org/1998/Math/MathML" xmlns:oasis="http://docs.oasis-open.org/ns/oasis-exchange/table" dtd-version="3.0" xml:lang="de">
  <front>
    <journal-meta>
<journal-id journal-id-type="publisher">GH</journal-id>
<journal-title-group>
<journal-title>Geographica Helvetica</journal-title>
<abbrev-journal-title abbrev-type="publisher">GH</abbrev-journal-title>
<abbrev-journal-title abbrev-type="nlm-ta">Geogr. Helv.</abbrev-journal-title>
</journal-title-group>
<issn pub-type="epub">2194-8798</issn>
<publisher><publisher-name>Copernicus Publications</publisher-name>
<publisher-loc>Göttingen, Germany</publisher-loc>
</publisher>
</journal-meta>

    <article-meta>
      <article-id pub-id-type="doi">10.5194/gh-72-351-2017</article-id><title-group><article-title>Die Abwesenheit der Phänomenologie in der deutschen Humangeographie</article-title>
      </title-group><?xmltex \runningtitle{Die Abwesenheit der Ph\"{a}nomenologie in der deutschen Humangeographie}?><?xmltex \runningauthor{J.~Hasse}?>
      <contrib-group>
        <contrib contrib-type="author" corresp="yes" rid="aff1">
          <name><surname>Hasse</surname><given-names>Jürgen</given-names></name>
          <email>hasse.juergen@t-online.de</email>
        </contrib>
        <aff id="aff1"><institution>Institut für Humangeographie, Goethe-Universität Frankfurt, Theodor-W.-Adorno-Platz 6
(PEG), <?xmltex \hack{\break}?> 60323 Frankfurt/M., Germany</institution>
        </aff>
      </contrib-group>
      <author-notes><corresp id="corr1">Jürgen Hasse (hasse.juergen@t-online.de)</corresp></author-notes><pub-date><day>8</day><month>August</month><year>2017</year></pub-date>
      
      <volume>72</volume>
      <issue>3</issue>
      <fpage>351</fpage><lpage>360</lpage>
      <history>
        <date date-type="received"><day>27</day><month>December</month><year>2016</year></date>
           <date date-type="rev-recd"><day>5</day><month>July</month><year>2017</year></date>
           <date date-type="accepted"><day>11</day><month>July</month><year>2017</year></date>
      </history>
      <permissions>
<license license-type="open-access">
<license-p>This work is licensed under the Creative Commons Attribution 3.0 Unported License. To view a copy of this licence, visit <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/">https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/</ext-link></license-p>
</license>
</permissions><self-uri xlink:href="https://gh.copernicus.org/articles/72/351/2017/gh-72-351-2017.html">This article is available from https://gh.copernicus.org/articles/72/351/2017/gh-72-351-2017.html</self-uri>
<self-uri xlink:href="https://gh.copernicus.org/articles/72/351/2017/gh-72-351-2017.pdf">The full text article is available as a PDF file from https://gh.copernicus.org/articles/72/351/2017/gh-72-351-2017.pdf</self-uri>


      <abstract>
    <p>This article is written from the perspective of phenomenology. Its potential
gain for a critical human geography is discussed in contrast to the
paradigmatic frame of basic assumptions in constructivism. The example of
atmospheres will illustrate another theoretical conception of space. In
phenomenological view there happens not only a reality of things but also a
circum-actuality is not spatially extended like a house or another material
objective. Atmospheres are <italic>vital qualities</italic> (Dürckheim) we feel like a cloud in our
sense perception in situations of awareness. This implies the necessity to
make a difference between a <italic>material body</italic> (“Körper”) and a <italic>felt body</italic> (“Leib”). This
epistemic knowledge will improve our critique of neoliberal societies, tuned
by aestheticisation especially in glamour CBDs of postmodern cities. Finally
there is a close link to the work of Michel Foucault, topped off in his <italic>The Hermeneutics of the Subject</italic>.
References to the Critical Theory (Frankfurter Schule) are connected.</p>
  </abstract>
    </article-meta>
  </front>
<body>
      

<sec id="Ch1.S1">
  <title>Kritik am relationalen raum- und akteurs-theoretischen
Menschenbild</title>
      <p>Mit dem ab 1970 eingeleiteten Paradigmenwechsel wurde die Humangeographie in
eine sozialwissenschaftlich orientierte Raumwissenschaft umgebaut und
methodologisch einer Soziologie des Raumes ähnlich gemacht. Die
„kritisch geläuterte“ Geographie zeichnete sich bis in die
1990er Jahre durch ein geradezu idiosynkratisches Verhältnis
gegenüber nicht-relationalen Raum-Begriffen und
nicht-konstellationistischen Meta-Theorien aus. Daraus sollte ein
denkwürdiges Raum-Verständnis entstehen, wonach der
„Zuständigkeitsbereich des Raumbegriffs für die physische Welt nicht
überschritten“ (Werlen, 1999:222) werden solle. Das bedeutete die
Abkehr von allem, was in seiner Flüchtigkeit und Luzidität weder
physisch-materiellen Charakter hat, noch aus dem Kontext menschlichen
<italic>Handelns</italic> heraus zu erklären ist.</p>
      <p>Im Zuge eines auch die Wissenschaften erneuernden demographischen Wandels
schwächt sich dieser Dogmatismus seit Beginn der 2000er Jahre
allmählich ab; vgl. u.a. Dörfler (2015), Kazig (2013 und 2016),
Rothfuß (u. a. in diesem Heft), Zahnen (2015), Runkel (2016). Indes darf
eine fortbestehende Macht dieser über lange Jahre eingeschliffenen
„Denkstimmung“ (Fleck, 2011) nicht unterschätzt werden.
Auch darf und soll nicht übersehen werden, dass es stets beharrende
Tendenzen in der Arbeit eher geisteswissenschaftlich orientierter
RepräsentantInnen des Faches gegeben hat, die jedoch eher im Schatten
des Mainstream wirksam waren; so zur Hermeneutik in der Humangeographie z.B.
Jürgen Pohl (vgl. 1986), zur Bedeutung der psychologischen Situiertheit
des Menschen in seiner räumlichen Welt Peter Jüngst (vgl. 2000) sowie
Oskar Meder und Peter Jüngst  (vgl. 2002) oder Autoren, die sich weitgehend aus der Geographie
verabschiedet haben (so z.B. der Verfasser). Da insbesondere prekäre
Situierungen im Abseits oder Außen einer Disziplin nie allein Folge
einer Selbstzuschreibung von Identität sind, sondern ebenfalls Produkt
von Fremdzuschreibungen, sind die sich in der Spannung zum vorherrschenden
Denken eines Faches entwickelnden Positionen zwangsläufig biographisch
„verzeichnet“. Generell wird es vom (subjektiven wie
objektiven) Standort eines jeden in „seiner“ (mehr oder
weniger „eigenen“) <italic>Community</italic> abhängen, ob und inwieweit die
folgenden Rekonstruktionen und Positionen auf Zustimmung stoßen oder
eher mit kritischer Distanz kommentiert werden.</p>
      <p>Aus der Sicht des Verfassers distanzierte sich die sozialwissenschaftlich
erneuerte Humangeographie spätestens seit Beginn der 1990er Jahre von
all jenen Theorien, die für den neuen Geist Rückschritt und Moder
bedeuteten. Der Ausschluss traf vor allem die sich dem subjektiven Erleben
zuwendenden Geisteswissenschaften. Dieses Vergessen-machen hatte zwei
Dimensionen. Zunächst galt die Abstandnahme beharrendem
geisteswissenschaftlichen Denken innerhalb der Humangeographie. Unter dem
Label „Humanistische Geographie“ waren in den 1980er Jahren Impulse eines
Anders-Denkens vor allem Anne Buttimer (vgl. 1984) zu verdanken; nachhaltige
Resonanz sollten sie indes nicht haben. Im Sinne eines Schneeballsystems
sollte aber die Distanz gegenüber außerdisziplinären Denk- und
Theorietraditionen aus Erkenntnistheorie und Philosophie, in deren Zentrum
die menschliche Subjektivität stand, weit folgenreicher sein. In vielen
dieser Theorien spielte der Raum eine wichtige Rolle; beispielhaft sei
erinnert an Werke von Otto Friedrich Bollnow (vgl. 1963), Karlfried Graf von
Dürckheim (vgl. 2005), Helmut Plessner (vgl. 1980), Erwin Straus (vgl.
1960) und früher schon von Philosophen wie Theodor Lipps (vgl. 1903)
oder Johannes Volkelt (vgl. 1905ff). Besonders nachhaltig sollte die
Distanzierung gegenüber phänomenologischen Schulen sein, die sich
nicht in die Theoriebilder von Materialitäten, relationalen Räumen
und intelligibel <italic>handelnden</italic> Subjekten fügen sollten.</p>
      <p>Es galt die Auffassung, dass aus dem Denkraum der Wissenschaft
herausgefiltert werden musste, was der Abkehr vom Prinzip des
Idiographischen und der Anschauung zuwidergelaufen wäre: Die Stilllegung
des Denkens in Kategorien individuellen Erlebens und leiblichen Spürens
<italic>mitweltlicher</italic> Milieus (vgl. auch Plessner, 1980; Heidegger, 1993 und Binswanger, 1993). In
der Folge wurde das Subjektive schnell als etwas <italic>Individuelles</italic> falsch verstanden. Viel zu
wenig ist es in Gestalt <italic>kollektiver</italic> Subjektivität in seiner ganzen
erkenntnistheoretischen Reichweite und interdisziplinären
Facettenvielfalt dem wissenschaftlichen Denken nützlich gemacht worden.
Unter der Führung sozialwissenschaftlicher Theorien verdienten
<italic>Mitwelten</italic> weniger Aufmerksamkeit als systemtheoretisch und konstellationistisch
erklärbare <italic>Umwelten</italic>. Der lebendige und dynamische Fluss
ganzheitlich-mannigfaltiger Situationen stand diesem Denken ebenso entgegen
wie in der Gegenwart der Begriff des Leibes einer wissenschaftssprachlich
ubiquitären und höchst kontingenten Körper-Metaphorik.</p>
      <p>Auf ihren paradigmatischen Modernisierungswegen hat sich die Geographie
besonders in den letzten 20 Jahren von angelsächsischen Diskurs-,
Begriffs- und Themen-Moden antreiben lassen. Eine vorschnelle
Überanpassung ging oft zulasten einer zukunftsorientierten
Nutzbarmachung raumtheoretisch bedeutsamer geisteswissenschaftlicher
Theorie-Traditionen, deren Vergessen ohnehin seit 1970 weit vorangeschritten
war. Die Spuren dieses Vergessens drücken sich in besonderer Weise im
aktuellen Raum-Begriff von Raum-Soziologie und Humangeographie aus. Bei
Martina Löw konstituieren sich Räume etwa „durch
(strukturierte) (An)Ordnungen von sozialen Gütern und Menschen an Orten.
Räume werden im Handeln geschaffen, indem Objekte und Menschen
synthetisiert und relational angeordnet werden“. (Löw, 2001:204). In
phänomenologischer Sicht deckt dieses relationale Raum-Denken aber nur
bestimmte Klassen von Räumen ab. Danach könnte es gar keine
atmosphärisch spürbaren Räume geben, die mit Materialitäten
nichts zu tun haben wie zum Beispiel den beengenden leiblichen Raum
schneidender Kälte in einem winterlichen Sturm. Der
materialistisch-physikalistische Körper-Raum erinnert an Demokrit, der
das Wirkliche auf die festen Körper (Atome) begrenzte und alles andere,
was man wahrnehmen konnte „als bloß subjektives Spiel der
Sinnlichkeit zur Privatsache der einzelnen Seelen herabsetzte“. (Schmitz,
1980:11). In der Geographie mag die Distanz gegenüber luziden
„herumwirklichen Vitalqualitäten“ (Dürckheim) auch
damit zu tun haben, dass sie dem Besonderen, Einmaligen und Idiographischen
nahestehen, das seit dem Kieler Geographentag zu den härtesten
Idiosynkrasien des Faches gehört.</p>
      <p>Während der relationale Raum-Begriff die Stofflichkeit der Dinge
präferiert, so das handlungstheoretische Denken den intelligiblen
Akteur. Beide Denkwege zusammengenommen, lassen das Zerrbild einer Welt
nachdenkender Wesen entstehen, die darüber <italic>entscheiden</italic>, wie sie sich und die Dinge
im Raum platzieren wollen. Diese Fokussierung impliziert notwendige
Ausblendungen. Die Idee eines rational <italic>handelnden</italic> und seine Welt <italic>konstruierenden</italic> Akteurs verlangt die
Tabuisierung – zumindest aber die Marginalisierung – all jener
menschlichen Seins-weisen, die sich nicht in die Logik der Fiktion einer
anthropologischen <italic>brain-maschine</italic> fügen wollen: des Zufälligen, Ästhetischen,
Performativen, der Macht des Ereignisses, des Sinnlichen, Affektiven und
nicht zuletzt des Irrationalen. Mit anderen Worten: Im Schatten der
konstruktivistischen Idee eines sich und die Welt „produzierenden“<fn id="Ch1.Footn1"><p>Eine geradezu ausufernde Rhetorik der
„Produktion“ des Raumes geht auf Henri Lefèbvre
zurück, der zwischen in seinem neomarxistischen Konzept drei Ebenen der
Raumproduktion unterscheidet (eine physische, eine gedankliche und eine
gesellschaftliche). Dabei betrachtete er selbst die Ebene des Erlebens noch
als eine der Produktion; vgl. Lefebvre (2002).</p></fn> Subjekts wird – der
Programmatik kritischer, gegenüber Fragen der politischen Ökonomie
aufgeschlossenen Strömungen der Disziplin zum Trotz – die
ökonomische, politische und technologische Bedeutung der
gefühlsmäßigen sowie irrationalen Seite des Menschen weitgehend
übersehen.<fn id="Ch1.Footn2"><p>Auch in der angelsächsischen Debatte um Raum
und Gefühl sind Entgrenzungen und Polarisierungen üblich, die einer
Wiederaufnahme geisteswissenschaftlicher Traditionen im Wege stehen. Steve
Pile gibt 2010 einen Überblick über die humangeographische Forschung
zum Verhältnis von Raum und Gefühl im angelsächsischen
Sprachraum. Es seien vor allem die Strömungen innerhalb der
humanistischen Geographie, die sich auch weiterhin mit der Analyse
subjektiver Raumbeziehungen befassen; vgl. Pile (2010:7). Dabei werden
Affekte „in opposition to cognition, reflexivity, consciousness
und humanness“ gesehen; ebd.:8. Schon diese Polarisierung ist nicht
unstrittig, sind doch Affekte nicht a priori das Andere des Bewusstseins und
auch der Reflexivität nicht entgegengestellt. Sie bilden vielmehr ein
<italic>spezifisches</italic> Seins-Milieu, in dem sich Reflexivität anders orientiert als im Metier
der Kognitionen.</p></fn></p>
      <p>Die folgenden Umrisse phänomenologischen Denkens werden nicht als
Vorschlag für einen Ersatz relational-räumlicher wie
konstruktivistischer Modelle verstanden, sondern als deren Ergänzung.
Mit anderen Worten: Die Relevanz konstruktivistischer Raumkonzepte ist nicht
zu bestreiten, nur haben sie ihren spezifischen erkenntnistheoretischen Ort.
Es gibt nicht nur Konstruktionen, sondern auch Prozesse der Konstitution. So
ließen sich die hier formulierten Vorschläge – soweit dafür
(nicht zuletzt <italic>emotionale</italic>) Bereitschaft besteht – am ehesten in den
„Innovationspool“ der sogenannten <italic>Neuen Kulturgeographie</italic> einfädeln.</p>
</sec>
<sec id="Ch1.S2">
  <?xmltex \opttitle{Der Beitrag der Neuen Ph\"{a}nomenologie -- oder: Die
nicht-abstraktionistische Perspektive}?><title>Der Beitrag der Neuen Phänomenologie – oder: Die
nicht-abstraktionistische Perspektive</title>
      <p>In der Philosophie nimmt sich besonders die Phänomenologie dem Erleben
der Welt in der Perspektive der Ersten Person an. Phänomenologie ist
Philosophie der Subjektivität und deshalb Philosophie der Mikrologien.
Sowenig Subjektivität Solipsismus bedeutet, sowenig führt die
erkenntnistheoretische Sensibilität gegenüber dem Detail in die
kleinkarierte Haarspalterei. In die Irre muss dagegen jenes
Subjektivitäts-Verständnis führen, wie es sich (als Ausdruck
eines wissenschaftstheoretischen Mainstreams) im Lexikon der Geographie
darstellt. Unter dem Stichwort „Subjektivität“ wird dort nämlich
allein die „Besonderheit der Erkenntnis eines einzelnen
Subjekts“ (Werlen, 2002:311) hervorgehoben. Der methodologische
Individualismus steht im krassen Gegensatz zu solchen Theorien, die sich der
Rolle des Subjekts in der Gesellschaft bewusst waren und sind. So merkte
Adorno an, dass das Subjekt als Individuum „nicht weniger in
sich gefangen [ist] als in der Allgemeinheit, der Gesellschaft“. (Adorno,
1980:160). Noch eindrücklicher wird der nur scheinbar rein individuelle
Charakter von Subjektivität bei Adorno und Horkheimer als „Pseudoindividualität“ desillusioniert; danach seien die Individuen
„gar keine [<inline-formula><mml:math id="M1" display="inline"><mml:mi mathvariant="normal">…</mml:mi></mml:math></inline-formula>], sondern bloße
Verkehrsknotenpunkte der Tendenzen des Allgemeinen“ (Adorno und Horkheimer,
1971:139). Selbst die einzig systematisch aufgebaute (<italic>Neue</italic>) <italic>Phänomenologie</italic> von Herrmann Schmitz,
die auch als allgemeine Erkenntnistheorie ausgearbeitet ist, positioniert
die Person zwischen Individuum und Gesellschaft, man könnte auch sagen
zwischen individueller und kollektiver Subjektivität. Mit Begriff und
Konzept der „gemeinsamen Situation“ bringt Schmitz Herde von
Bedeutungen ins Spiel, die gesellschaftlich verortet sind.<fn id="Ch1.Footn3"><p>„Die persönliche Situation ist nicht eine isolierte
Angelegenheit des Individuums, sondern eingebettet in gemeinsame
Situationen, aus denen sie hervorwächst, die ihr Halt und Tiefe geben,
in die sie aber auch hineinwächst.“; Schmitz (1990:76).</p></fn> Auch darin
wird deutlich, dass ein allein individualistisch aufgefasster
Subjektivitäts-Begriff auf eine politische Desensibilisierung
hinausläuft.</p>
      <p>Es ist evident, dass der (Human-) Geographie mit der
wissenschaftshistorischen Verabschiedung der idiographischen Methode der
Sinn für die Mikrologien unterhalb luftiger Abstraktionsbasen
metatheoretischer Konstrukte weitgehend verloren gegangen ist. Indes
illustrieren große historische Werke zur Ästhetik wie zur
Kunstgeschichte den erkenntnistheoretischen Ertrag der Aufmerksamkeit
gegenüber dem Banalen und Infra-Normalen für die präzise Analyse
rational-irrationaler Wirkungsketten. Auch jede gesellschaftskritische
Analyse von Macht und Praktiken der Herrschaft bedürfte im Prinzip einer
Archäologie subjektiven Erlebens zum Beispiel von (dissuasiven)
Architekturen wie Medien im Allgemeinen. Dies schon deshalb, weil
Gefühle die Horte von Bedeutungen sind. Es ist angesichts dessen
bemerkenswert, dass gerade die Archäologie innerhalb der
gesellschaftswissenschaftlichen Disziplinen die Bedeutung der Gefühle im
Leben der Menschen früherer Zeiten zu ihrem Forschungsthema macht, indem
sie versucht, die emotionale Bedeutung von Dingen und Plätzen zu
rekonstruieren. Sie strebt auch danach, Gefühle in der <italic>eigenen </italic>emotionalen
Beziehung zur Archäologie (Tarlow, 2012:178) aufzuspüren und geht
sogar der Frage nach, inwieweit Empathie methodologischen Charakter hat
(vgl. ebd.: 179): „Although an awareness of the positioned
subjectivity of the archaeologist is important“ (ebd.). Es versteht sich
von selbst, dass solche Forschung stets mit der Erkundung des
Idiographischen beginnt.</p>
      <p>Erst kürzlich unterzog David Seamon die historische Abkehr der
Humangeographie von der Phänomenologie einer kritischen Analyse. Nach
seiner Einschätzung befindet sich die phänomenologisch orientierte
Humangeographie seit den 1980er Jahren in einem Schlafzustand. Die seit den
1970er Jahren an der <italic>phänomenologisch</italic> orientierten humanistischen Geographie
formulierte Kritik fasste er unter anderem in den folgenden Punkten
zusammen:
<list list-type="bullet"><list-item>
      <p>Individualität werde zulasten gesellschaftlicher und
ökonomischer Kontexte fokussiert;</p></list-item><list-item>
      <p>Geschichte und Kultur werden erkenntnistheoretisch marginalisiert;</p></list-item><list-item>
      <p>Subjektivismus sei eine „insufficient ontology“;</p></list-item><list-item>
      <p>Prozesse des placemaking (Heimat) seien im Zeitalter der
Globalisierung obsolet geworden (vgl. Seamon, 2014).</p></list-item></list></p>
      <p>Bis heute leidet die Phänomenologie in ihrer sozialwissenschaftlichen
und humangeographischen Akzeptanz unter der Hypothek einer gewissen
Neutralität gegenüber Forschungsthemen und Fragestellungen vom
Format gesellschaftlicher und politischer Herausforderungen. Ich komme unter
Kapitel 3 auf diesen Vorwurf zurück.<fn id="Ch1.Footn4"><p>In der Humangeographie
kommt es mitunter zu geradezu absurden (impliziten) Distanzierungen
gegenüber jedem Verständnis menschlichen Erlebens, in dem auch nur
Spurenelemente von Gefühlen ein Rolle spielen könnten. So definiert
das Lexikon der Geographie den Begriff des „Wahrnehmungsraumes“
als „die Menge aller Standorte, über die ein Individuum
oder ein Haushalt gewisse Kenntnisse besitzt“.; Brunotte (2002:458).
Deutlicher könnten auch die Spuren eines rationalistisch gedeuteten
Subjekts nicht werden. In diesem Zerrbild sind es <italic>kognitiv</italic> geordnete Cluster von
Bedeutungen, die Aufmerksamkeit auf etwas lenken und nicht Affekte, schon
gar nicht Begehrnisse oder irrationale Dispositionen.</p></fn></p>
      <p>Phänomenologie kann nach Schmitz in der Diskussion von Fragen
subjektiven Erlebens hilfreich sein. Sie erhellt Schemata subjektiver
Wahrnehmung und kann darüber aufklären, was Akteure der
Kulturindustrie warum tun, um Menschen zu kolonisieren und zu Objekten zu
machen. Phänomenologie leistet damit einen Beitrag zur Kritik an der
Zivilisation (vgl. in diesem Sinne auch Böhme, 2008). Sie
verschränkt sich mit der Ethnopsychoanalyse, die erklärt, wie die
gesellschaftlich subtil vor sich gehende Unbewusstmachung ins Werk gesetzt
wird und mythisch funktioniert. Die Forschungspraxis setzt indes andere
Zeichen. Nicht nur, aber besonders im neuerlichen sozialwissenschaftlichen
Interesse an Gefühlen ist eine doppelte Ignoranz bemerkenswert. Die
erste ist Spiegel einer szientistischen Anglomanie. Danach verdient ein
englischsprachiger Aufsatz in einem reviewten Journal mehr Beachtung als
ganze philosophiehistorisch als wegweisend geltende Werke in deutscher
Sprache. Das ist nicht nur ahistorisch, sondern auch unkritisch. Die zweite
Ignoranz ist Ausdruck einer sozialwissenschaftlichen Überheblichkeit
gegenüber (insbesondere alten oder älteren)
geisteswissenschaftlichen Denktraditionen. So merken Gammerl und Herrn in
ihrem „kritischen“ Beitrag zur Stadtforschung über
Gefühlsräume und Raumgefühle mit Verweis auf die Theorien von
Gernot Böhme und Hermann Schmitz ganz lapidar an, dass
„solche phänomenologischen Entwürfe produktiv weiterzudenken“ seien
(Gammerl und Herrn, 2015:16). Den jeweils immens umfangreich elaborierten
Theorien selbst widmen sie noch nicht einmal rudimentärste
Überlegungen.</p>
<sec id="Ch1.S2.SS1">
  <?xmltex \opttitle{Atmosph\"{a}ren als pr\"{a}dimensionale R\"{a}ume }?><title>Atmosphären als prädimensionale Räume </title>
      <p>Ich werde in den folgenden beiden Unterkapiteln auf dem Hintergrund der
Neuen Phänomenologie von Hermann Schmitz am Beispiel der Atmosphären
und der Leiblichkeit kurz illustrieren, welches Erkenntnispotential in der
systematischen Reflexion subjektiven Erlebens liegt.</p>
      <p>Diese Vorgehensweise will nicht irgnorieren, dass es auch andere
phänomenologische Schulen und Denktraditionen gibt, die für eine
methodologische Erweiterung der Neuen Kulturgeographie produktiv genutzt
werden könnten; z.B. von Martin Heidegger (vgl. 1993), Maurice
Merleau-Ponty (vgl. 1945) incl. der darauf aufbauenden Arbeiten von
Bernhard Waldenfels (vgl. 2002), Paul Ricœur (vgl. 1986) und für den Bereich
der Fachdidaktik die phänomenologische Philosophie von Eugen Fink (vgl.
1995). Die Fokussierung auf die Neue Phänomenologie von Hermann Schmitz
begründet sich (rein subjektiv zunächst) damit, dass der Verfasser
seit rund 20 Jahren mit der Rezeption des Systems und seiner Anwendung auf
theoretische und empirische Felder der Raumforschung befasst ist; die
Auswahl ist aber (in gewisser Weise objektiv) auch darin begründet, dass
Schmitz der einzige Phänomenologe ist, der nach 1950 ein System der
Philosophie (mit 10 Bänden im engeren Sinne und weiteren 50
ergänzenden Büchern) ausgearbeitet hat, dessen Begrifflichkeit sich
nicht zuletzt für die systematische Erforschung von
Mensch-Raum-Beziehungen anbietet. Aus der Vielfalt der möglichen
Thematisierungen greife ich im Folgenden die Atmosphären heraus, nicht
zuletzt deshalb, weil sie selbst räumlichen Charakter haben, wenn sich
dieser auch vom vorherrschenden geographischen Raum-Denken unterscheidet. Es
sei im Sinne einer hier allein möglichen Randbemerkung auf die
theoretisch hohe Kompatibilität der Schmitz'schen
Phänomenologie mit dem Denken Peter Sloterdijks (u.a. das
Sphären-Projekt, vgl. 1998, 1999, 2004) verwiesen.</p>
      <p>Gefühle sind nach Hermann Schmitz „nicht private
Zustände seelischer Innenwelten, sondern räumlich ausgedehnte
Atmosphären“. In deren Bann kann man „im
Sinne affektiven Betroffenseins von Gefühlen“ leiblich spürbar
hinein geraten (Schmitz, 1993:33). Atmosphären lassen sich folglich mit
und ohne Gefühl der Betroffenheit wahrnehmen, denn „ob und
welche Atmosphäre jemanden ergreift, hängt [<inline-formula><mml:math id="M2" display="inline"><mml:mi mathvariant="normal">…</mml:mi></mml:math></inline-formula>] von
seinem jeweiligen leiblichen Befinden als dem Boden seiner spezifischen
Resonanz für Atmosphären ab“ (ebd.).</p>
      <p>Otto Friedrich Bollnow hatte den wichtigen Unterschied zwischen
<italic>Atmosphären</italic> und <italic>Stimmungen</italic> gemacht. Während Hermann Schmitz Atmosphären auf einer
Objektseite verortet, sieht Gernot Böhme sie in einem Dazwischen.
Atmosphärische Räume haben keinen relational-räumlichen
Charakter, sie sind deshalb auch nicht mit dem Begriff des Körpers
kompatibel. Tellenbach beschreibt sie als Umwölkungen (vgl. 1968:111),
Sloterdijk als schaumartige Gebilde (vgl. 2004:28). Am weitgehendsten ist
der von Schmitz erbrachte Nachweis ihrer Prädimensionalität (vgl.
1988:386f.). Danach gibt es „Volumen ohne
Dreidimensionalität“, das heißt prädimensionale Volumen. Diese
haben „nirgends eine Fläche und daher auch keine Kante oder
Ecke“ (ebd.:387). In solchen umgebenden Räumen befindet man sich wie
ein Taucher im Wasser oder ein Wanderer in der Stille des Waldes. Es ist
evident, dass das prädimensionale Raumverständnis gegenüber dem
derzeit herrschenden geographischen Raumdenken inkommensurabel ist.</p>
      <p>Es gehört zur wissenschaftspsychologischen Selbststabilisierung eines
jeden diskursiven Systems, dass es sich gegen irritierende Einflüsse,
also theoretisch nicht „passende“ Ideen abschirmen muss (vgl. dazu auch Hasse,
2016). „Alles Erkennen ist ein Prozeß zwischen dem
Individuum, seinem Denkstil, der aus der Zugehörigkeit zu einer sozialen
Gruppe folgt, und dem Objekt.“ (Fleck, 2011:412).<fn id="Ch1.Footn5"><p>„Leicht zu bemerken ist, daß, wenn in einer Gruppe von Menschen ein
lebhafter Gedankenaustausch stattfindet, in Kürze eine spezielle
kollektive Stimmung entsteht, die bewirkt, daß die Menschen Sätze
sagen, die sie in anderen Gruppen nicht gesagt hätten.“; ebd.</p></fn> Das
musste in den 1960er Jahren angesichts der sich anbahnenden Kritik am
traditionellen Denken der Geographie schon Herbert Lehmann zu spüren
bekommen haben, und so distanzierte er sich selbst von seinen Bemerkungen zu
den Atmosphären einer italienischen Landschaft, weil er wusste, dass der
neue Geist seiner auf Anschauung basierenden Erkenntnismethode nicht mehr
aufgeschlossen gegenüber stehen würde. Renate Müller merkt an,
Lehmann habe offensichtlich sogar dazu geneigt, „die eigene
Betroffenheit zu maskieren, da er wenig Verständnis insbesondere seitens
seiner Fachkollegen aus den Naturwissenschaften erwartete und wohl
fürchtete, seine fachwissenschaftliche Arbeit in Mißkredit zu
bringen“. (Müller, 1986:25). Diese Situation hat sich in der Gegenwart
zumindest zugunsten der Atmosphärenforschung verändert (vgl. z.B.
Kazig, 2013 und Escher, 2008 sowie Escher et al., 2016).</p>
      <p>Die Reduktion des Raum-Begriffs auf <italic>körperliche</italic> Volumen vereitelt aber nicht nur die
theoretische Integration prädimensionaler Räume. Mit dem
geographischen RaumDenken sind auch die für jedes detaillierte
Verständnis von Atmosphären unverzichtbaren „Halbdinge“ inkompatibel. Böhme spricht sie als die Erzeugenden an.
Während Dinge stetig dauern (zumindest in der mittleren Zeit vor der
Zersetzung der Stoffe), stellt sich bei Halbdingen wie dem Wind, der
Wärme, der Stille oder einem Ton nie die Frage, wo sie gewesen sind,
als sie gerade nicht da waren (vgl. auch Schmitz, 1990:215ff.). So
mündet die objektlogische Fixierung der Geographie aufs Stoffliche auch
in eine erkenntnistheoretische Verbiegung der Atmosphären. Als
prominenter Vordenker der Systemtheorie spitzt Niklas Luhmann deren
Verkennung zu. Wenn er betont, dass Atmosphäre „nie der
Raum selbst“ sei, weil er als „Medium niemals sichtbar werden
kann“ (Luhmann, 1997:181f.), übersieht er, dass Räume im Medium der
Atmosphäre <italic>spürbar</italic> werden und ganz ohne (sichtbare und messbare) Dinge
ausgedehnt sind. Die Beispiele der Stille und der ermüdungsbedingten,
leiblich spürbaren Schwere belegen das.</p>
      <p>Beispiele für Atmosphären des Wetters hatte noch in den
1940er und 50er Jahren Willy Hellpach geliefert. Seine Beschreibungen
bedienten sich metaphorischer und synästhetischer Begriffe, mit denen er
zum Ausdruck brachte, was zwischen leiblichem Befinden und mitweltlicher
„Vitalqualität“ (Dürckheim, 2005:39<fn id="Ch1.Footn6"><p>Dürckheim spricht hier auch von einem „Vitalton“.</p></fn>)
gleichsam in der Schwebe war. So sprach er von bleierner und schwerer Luft
der Schneefälle oder von sengender, brütender und stickiger Luft
eines heißen Sommermittags (vgl. Hellpach, 1946:62). Von solchen
atmosphärischen Situationen geht ein mitunter machtvoller Einfluss auf
das Befinden der in diesen Umwölkungen sich befindenden Menschen aus,
den Hellpach mit dem Begriff der „Lufttöne“ ansprach, die
es in einer stärkenden und erquicken wie in einer sich weich und
schmeichelnd anfühlenden Erlebniswirklichkeit gebe (ebd.: 59). In der
„animierenden“ Frühherbstluft fühle man „eine wohlgestimmte Frische und Betätigungslust, sie wirkt wie
‚Champagner‘ [<inline-formula><mml:math id="M3" display="inline"><mml:mi mathvariant="normal">…</mml:mi></mml:math></inline-formula>]“ (ebd.: 60). Diese
Eigenschaften der Luft kann man nur bedingt <italic>sehen</italic>. Man kann sie auch nur sehr
begrenzt riechen und mit dem Tastsinn kaum erfassen, vielmehr bekommen wir
sie zu spüren, wenn auch ganz sicher nicht am Körper. Und so erleben
wir das Wetter in einer <?xmltex \hack{\mbox\bgroup}?>(Stadt-)<?xmltex \hack{\egroup}?> Landschaft in einer Weise, die das eigene
Selbst stimmt. Deshalb sprach Hellpach auch vom <italic>Ergehen</italic>, das vom <italic>Erleben</italic> geprägt werde
(vgl. ebd.: 65). Dass schon der Versuch, an solchem, dem sinnlichen und
Ästhetischen gegenüber sensiblen Denken theoretisch Gefallen zu
finden, wissenschafts-und karrierepolitisch ins Verderben stürzen kann,
liegt in der Geographie auf der Hand, fallen solche Synthesen doch seit der
Kieler Wende unter die diskreditierende Kritik des „Umweltdeterminismus“.</p>
      <p>In der Beschreibung von Atmosphären ist der Regress auf Synästhesien
fast unvermeidlich, weil es an ihnen ist, ein leiblich spürbares Erleben
in einen sprachlichen Ausdruck zu übertragen. In diesem Sinne sprach
Lewis Mumford von der „Farbe der Stadt“ (Mumford, 1951:35).
Damit umschrieb er eine Atmosphäre und brachte etwas von jenem <italic>Ergehen</italic> zum
Ausdruck, in dem man eine Stadt als Gemengelage von „Vitalqualitäten“ zu spüren bekommt – in diesem Quartier anders als
in einem nächsten. Auch der Geomorphologe Herbert Lehmann sprach noch in
den 1950er Jahren – mit Bezug auf die seinerzeit schon 30 Jahre
zurückliegenden Arbeiten von Johannes Gabriel Granö – von
„Wahrnehmungsgehalten“ wie „Gefühlsfarben“
(vgl. Lehmann, 1950:184).</p>
      <p>Damit kommt ein Blick auf die sinnliche Seite räumlicher Umgebungen zur
Geltung, der nicht Ausdruck von esoterischem Übermut ist. Was man in
einer Gegend atmosphärisch zu spüren bekommt, hat den
Eindruckscharakter einer Wirklichkeit (im Unterschied zur Realität),
deren Milieu wir als Aufenthaltsqualität, Lebensqualität,
Wohnqualität und Urbanität erleben.</p>
</sec>
<sec id="Ch1.S2.SS2">
  <?xmltex \opttitle{Leib und K\"{o}rper}?><title>Leib und Körper</title>
      <p>Besonders ausgeprägte Aversionen kultivieren die Sozialwissenschaften –
und mit ihnen die Humangeographie – gegenüber der
phänomenologischen Kategorie des <italic>Leibes</italic>. Das ist insofern sogar konsequent,
als sich mit der Leiblichkeit eine Seinsweise des Menschen ankündigt,
die mit den theoretischen Eckpfeilern der wissenschaftstheoretischen
Abstraktionsbasis der Sozialwissenschaften weitgehend inkompatibel ist. Zum
einen ist der Leib kein Körper und folglich nichts Materielles. Zum
anderen weist er auf Grenzen des Handelns hin. Schließlich ist er dem
Irrationalen nahe, erschüttert also das Phantasma des intelligiblen
Menschen. Die Geographie kann sich jedoch so lange nicht konsequent
auf die große erkenntnistheoretisch bedenkenswerte Breite und
Differenziertheit von Subjektivität einlassen, wie sie den Menschen als
ein intellektualistisch leibloses Wesen denkt. Das Subjekt der Geographie
ist ein denkendes und agierendes aber kein fühlendes; es ist ein
Körper mit stofflichen Organen und biochemischen Prozessen. Aber es ist
kein leibliches Wesen, das von sinnlichen Eindrücken affektiv
berührt wird und in der Folge nur <italic>möglicherweise </italic>rational handelt.</p>
      <p>Die Frage nach dem Leib gehört zu den theoretischen Kerndebatten der
phänomenologischen Philosophie des 20. Jahrhunderts (vgl. Meyer-Drawe,
2004). Dabei hat Husserls Rede vom Leibkörper einem klaren
Verständnis des Leibes im Unterschied zum Körper mehr
entgegengestanden als eine nachvollziehbare Differenzierung vermittelt. Auch
seine Rede vom Leib als „merkwürdig unvollkommen
konstituiertes Ding“ (Husserl, zit. bei Meyer-Drawe, ebd.: 331) macht die
Distanz der Sozialwissenschaften gegenüber dem Begriff des Leibes
verständlich. Und wenn der Husserl-Schüler Eugen Fink die
Leibhaftigkeit des Menschen als die dunkle Seite seiner Existenz anspricht
(ebd.: 332), weckt das eher mystische bis esoterische Assoziationen, baut
aber keine Brücken zu einem geisteswissenschaftlichen Denken, das
für die Sozialwissenschaften einen Nutzen verspräche. Diese
erkenntnistheoretisch eher verwischten Spuren ziehen sich bis zu
Merleau-Ponty und Levinas. Bernhard Waldenfels knüpft hier an und will
ausgehend von einer „leiblichen Responsivität“ die
Tradition Husserls klärend <italic>fortführen</italic>.</p>
      <p>Hier geht Hermann Schmitz einen anderen Weg. Er will sich nicht in einem
„Käfig der Tradition“ verfangen, der sich gegenüber
den unwillkürlichen Erfahrungen des täglichen Lebens abgeschottet
hat. So setzt er mit dem Aufbau einer <italic>Neuen</italic> Phänomenologie bei der
Ausarbeitung eines systematischen Instrumentariums an, das eine
„Sensibilität für das vermittelt, was unwillkürlich
betroffen macht“ (Schmitz, 1994:XIII). Damit macht Schmitz zum Gegenstand
der Erkenntnistheorie, was in der europäischen Kultur „sozusagen von Amts wegen den Dichtern übertragen“ war (ebd.).</p>
      <p>Schmitz grenzt den Leib vom Körper ab, ohne das zwischen beiden
bestehende Wechselwirkungsverhältnis zu verkennen: „<italic>Leiblich</italic> ist,
was jemand in der Gegend (keineswegs, wie z.B. im Blick deutlich wird,
immer in den Grenzen) seines materiellen Körpers von sich selbst
[<inline-formula><mml:math id="M4" display="inline"><mml:mi mathvariant="normal">…</mml:mi></mml:math></inline-formula>] spüren kann, ohne sich der fünf Sinne
[<inline-formula><mml:math id="M5" display="inline"><mml:mi mathvariant="normal">…</mml:mi></mml:math></inline-formula>] und des aus ihrem Zeugnis abgeleiteten perzeptiven
Körperschemas (der habituellen Vorstellung vom eigenen Körper) zu
bedienen.“ (Schmitz, 2011:5). Im Medium der Leiblichkeit findet sich der
Mensch in <italic>Situationen</italic>, die ihn durch ihre Bedeutungen in spezifischer Weise
berühren und im Übrigen für die eine oder andere
Handlungstendenz orientieren. Der Leib ist „im Gegensatz zum
sicht- und tastbaren Körper kein stetig zusammenhängendes Ganzes,
sondern ein Gewoge verschwimmender Inseln“ (ebd.: 8). Eine solche
Leibesinsel bildet sich zum Beispiel in der Gegend eines Mückenstichs,
kann aber auch atmosphärisch bestimmt sein, wie im Gefühl der
Leichtigkeit oder der von Trauer hervorgerufenen abgründigen Schwere.
Leibesinseln konstituieren sich als „absolute Orte“ mit
prädimensionalem Raum-Charakter. Folglich sind sie „unabhängig
von Lage- und Abstandbeziehungen“ (Schmitz, 1998:14).
Schmerzherde sind zwar physiologisch begründet und im Körper
lokalisiert, <italic>spürbar</italic> sind sie aber leiblich und nicht körperlich.</p>
      <p>Die Alltagssprache steht der Bedeutung des Leib-Begriffs weniger fremd
gegenüber als die Sprache der Sozialwissenschaften. Die Rede, wonach man
„sich in seiner Haut wohlfühlt“, meint ja nicht die
physische, fleischerne Haut, vielmehr ein umhüllendes Gefühl,
wodurch ein aktuelles Befinden gestimmt ist. Und wenn es im 19. Jahrhundert
über ein leck geschlagenes Schiff hieß, dass der Schiffer, um
„Leib, Schiff und Gut zu erhalten, den Strand suchen“
(Herquet, 1991:30) musste, so ist auch hier mit dem Leib etwas gemeint, das
sich nicht durch „Körper“ ersetzen lässt. Die
Körper der Ertrunkenen waren ja auch nach dem Scheitern des Schiffes
erhalten, nur lebten sie eben nicht mehr. Gänzlich absurd wäre es,
anstelle des alten Begriffs „Leibarzt“ nun „Körperarzt“ zu sagen,
steckt im Begriff „Leibarzt“ doch die Bedeutung eines spezifisch
pathischen Verhältnisses des Kranken oder sich krank Fühlenden zu
sich selbst, die sich vom spätmodernen Verständnis von Krankheit
sowie der Rolle des Arztes unterscheidet.</p>
      <p>Ein sensibles Bewusstsein der Bedeutung des Leibes kennzeichnet auch Norbert
Elias als Verfasser der wohl wichtigsten europäischen
Zivilisationsgeschichte. Die gesellschaftlich-subkulturelle Einübung in
die Sitten des Essens und Trinkens oder des Tanzes (bei Rudolf zur Lippe)
wäre nicht annähernd zu verstehen, würde man dieses ganz
spezifische Üben als „Einkörperung“ auffassen und
nicht als Einverleibung. Auch das (poststrukturalistische) Werk von Michel
Foucault muss ohne einen verstehenden Sinn für das Leibliche in seinen
zentralen Aspekten unvollständig bzw. „schräg“
verstanden werden. Die im 18. Jahrhundert eingeübte militärische
„Kontrolle und Übung der individuellen Körper bis zum
Einsatz ausgebildeter Kräfte“ (Foucault, 1994:216) impliziert einen
Leib-Begriff, ohne den jeder Sinn fern bleibt. Mehr noch stellt sich die
„Hermeneutik des Subjekts“, die sich dem Thema der übenden
Selbstbildung zuwendet, in ihrem Kern als ein Programm <italic>leiblicher</italic> Übung heraus:
„Sich um sich selbst zu sorgen beinhaltet, daß man seinen
Blick umkehrt, daß man ihn von außen – ich möchte fast sagen –
nach ‚innen‘ wendet.“ (Foucault, 2004:26f.). Insbesondere in Gestalt
touristischer Exzesse spitzt sich die kulturindustriell formatierte (oft
genug ins Absurde entfremdete) Sorge um das eigene Selbst in <italic>leiblichen</italic>
Erlebnisekstasen zu und nicht in körperlichen. Auch wenn der Körper
als gestisches Medium narzisstischer Selbstpräsentation ge-, über-
und umgeformt, beschrieben und verkleidet wird, so zielen all diese
ästhetischen Anstrengungen doch auf eine „gutes“ (oder
„cooles“ <inline-formula><mml:math id="M6" display="inline"><mml:mi mathvariant="normal">…</mml:mi></mml:math></inline-formula>) <italic>Gefühl</italic> im Resonanzerleben der sozialen Welt
signifikanter Anderer ab.</p>
      <p>Mit dem <italic>Körper</italic> des Menschen haben <italic>spürbare</italic> Eindrücke, die wir zum Beispiel in urbanen
Welten in dichten Gemengelagen der Menschen und Dinge erleben, nicht viel zu
tun. Im Raum der Stadt gibt es zahllose Körper ohne Leib – Dinge wie
Häuser, Automobile sowie alles, was sich nicht selbst wahrnehmen kann.
Aber es gibt keinen Leib ohne Körper. Ein Schmerz mag seinen Grund in
einer organischen, also körperlichen Funktionsstörung haben. Zu
<italic>spüren</italic> bekommen wir ihn nicht auf den Displays medizinischer Kontrollinstrumente,
sondern am eigenen Leib. Deshalb spricht Gernot Böhme vom <italic>Leib als Bewusstseinsform</italic> (Böhme,
2014:127ff.).</p>
      <p>Das sinnliche Vermögen des Menschen verdankt sich einer situativ immer
wieder aufs Neue sich einpendelnden und aktualisierenden Synthese von
Körper und Leib. Die Sinnesorgane gehören zum Körper; die sich
durch sie vermittelnden Eindrücke berühren uns leiblich. Würden
wir sie allein als Sinnes-<italic>Reize</italic> verstehen, könnten wir sie theoretisch im
Gehirn und damit wieder im Körper unterbringen. Der Mainstream des
Denkens in den Sozialwissenschaften geht genau so vor.</p>
      <p>Erkenntnistheoretisch weitreichende Konsequenzen hat der Gebrauch des
Körper-Begriffs in den Sozialwissenschaften nicht zuletzt deshalb, weil
er auf meist undeutliche Weise (und von Fall zu Fall) die Bedeutung des
Leibes <italic>impliziert</italic> – so zum Beispiel dann, wenn „body“ als „the
‚authentic‘ location of emotions/affects“
(Pile, 2010:11) angesehen wird. So macht die Aussage, „the body
is the site of validation of knowledge“ (ebd.), zum Beispiel nur in der
Interpretation von „<italic>body</italic>“ im Sinne von <italic>Leib </italic>Sinn. Wenn Gefühle
schließlich (wie bei Thrift) als etwas Hergestelltes gelten, wird ihre
Rolle im menschlichen Leben radikal verkürzt. Pile resümiert:
„This engineering metaphor has its own technology: it casts
affect as something that can be piped or cabled, rewired, rerouted,
re-networked in conscious and intentional way.“ (ebd.:12).</p>
      <p>Mit Nachdruck setzt sich in den Sozialwissenschaften eine
Körper-Metaphorik durch, die Materialitäten in den Blick nimmt und
zu gesellschaftlichen Konstruktionen und Produktionen in Beziehung setzt.
Die Entdifferenzierung des Körper-Begriffs von dem des Leibes spiegelt
im deutschsprachigen Wissenschafts-Diskurs eine weit fortgeschrittene
Anglomanie wider. Auf der anderen Seite weisen die angelsächsischen
„Embodiment“-Diskurse (vgl. Gallagher, 2005 und 2012)
Wege der Differenzierung phänomenologischer Sensibilitäten
gegenüber dem, was als Mitwelt über den Begriff der Umwelt
hinausgeht, ohne dessen Relevanz zu entwerten.</p>
</sec>
</sec>
<sec id="Ch1.S3">
  <title>Optionen der Kritik</title>
      <p>Bis heute sind innerhalb der Sozialwissenschaften wie im Mainstream einer
konstruktivistisch orientierten Humangeographie Fluchtbewegungen vor einer
solipsistisch erscheinenden phänomenologischen Forschung sehr lebendig.
Solche Distanzierungen werden aber auch von der Phänomenologie selbst
gefördert. Wenn Relph eine Stärke der Phänomenologie in der
Geographie darin sieht, dass sie uns zeige, was ist<fn id="Ch1.Footn7"><p>„It is the attempt to see clearly what there is“; Relph (1981:177).</p></fn>, so
scheint damit in der Tat eine solipsistische Seite auf, die Bezüge zur
Methodologie der Sozialwissenschaften zerbricht. In der Folge sieht sich die
Phänomenologie insbesondere im kritischen Fokus der Sozialwissenschaften
dem Vorwurf a-politischer Selbstsituierung ausgesetzt.</p>
      <p>Im konstruktivistischen Blick der Sozialwissenschaften auf Atmosphären
liegen aber auch Optionen der Kritik.<fn id="Ch1.Footn8"><p>„Kritik“ verstehe ich hier
diesseits ideologischer Denkstimmungen (Fleck) mit Foucault „als die kritische Haltung,
die man im Abendland als besondere Haltung neben
dem großen historischen Prozeß der Regierbarmachung der Gesellschaft
auftauchen sieht.“; Foucault (1992:16f).</p></fn> In deren Fokus gelangen jene
systemischen Interessen – allzumal in der Kulturindustrie – die im
Gefühlsmedium atmosphärischer Umwölkungen manipulative Macht
entfalten, um einen Mehrwert durch die Herrschaft über die Affekte und
Begehren der Menschen generieren zu können. So ist das
konstruktivistische Denken – wie wir es im Prinzip schon seit Platon kennen
– zum Beispiel in der Analyse von Kaufhausatmosphären oder liturgischer
Inszenierungen im sakralen Raum geradezu unverzichtbar. In der Frage der
mikrologischen Funktionsweisen solcher Suggestionen wie der Autorenschaft
affektuell-immersiver Zumutungen bietet die kritische Rekonstruktion
affizierender Programme klärende Aufschlüsse.</p>
      <p>In der Paarung mit der Großen Erzählung vom ubiquitären Akteur
limitieren sich die potentiellen Erträge dieses Denkens wiederum. Der
Adressat von Gefühls-Appellen ist ja gerade nicht in der Akteurs-Klasse
weitgehend kognitiv handelnder Subjekte zu finden, vielmehr jenes affektiv
und irrational lenkbare Objekt-Subjekt, das schon im Zentrum der
„Kulturindustrie“ von Adorno und Horkheimer (vgl. 1971) stand und sich bis
in die Gegenwart als „Partner“ politischer und massenmedialer
Manipulationen immer wieder als nützlich erweist. Patheure reflektieren
ihr Verhalten nicht in fortlaufenden Evaluationsschleifen, um es im Sinne
intelligibler Selbstzertifizierung rational zu legitimieren. Patheure lassen
sich von einem Strom der Affekte in Situationen mitnehmen. Solange das
situativ immer wieder um seine Aufklärung betrogene Subjekt (-Objekt)
nicht in die kritische Analyse gesellschaftlicher Verhältnisse
einbezogen wird, bleiben wichtige dispositive Machtbündel (Foucault),
deren Einflüsse die Gesellschaft maßgeblich verändern, außerhalb
des Blickfeldes. Die „mythische Verbiegung“ (Barthes,
2010:277) des Subjekts zum Akteur hat deshalb auch einen massiv
gegenaufklärerischen Effekt. Dieser besteht in einer Verharmlosung bis
Verdeckung der Virulenz politischer und ökonomischer Dispositive der
Macht.</p>
      <p>Gerade die kulturindustriell überschriebenen Gesichter der Metropolen
sind mit Atmosphären gesättigt. Die Menschen <italic>könnten </italic>das affizierende
Theater postmoderner Kaufhausarchitektur als Angriff auf ihre Autonomie
besser und leichter „erkennen“, wenn sie eine Sensibilität
für die Schnittstelle von leiblicher Intelligenz und
analytisch-intelligentem Denken (vgl. dazu auch Schmitz, 2010:86ff.)
übend alphabetisieren würden. Zum einen sind sie sich (als Akteure)
dessen bewusst, was sie tun oder lassen. Zum anderen werden sie aber auch in
einem halbbewussten Sinne von einem Geschehen getragen. Und so nehmen uns
Atmosphären in einem hoch manipulativen Sinne oft in eine Welt der
Trugbilder und Einbildungen mit. Phänomenologie strebt an diesem Punkt
nach Zuwächsen an Kritik durch Selbstkritik: „Der
Fortschritt besteht darin, immer genau zu merken, was merklich ist.
Phänomenologie ist ein Lernprozess der Verfeinerung der Aufmerksamkeit
und Verbreiterung des Horizonts für mögliche Annahmen.“ (Schmitz,
2009:14).</p>
      <p>Ein ganzer Boom affizierender Stimmungsmächte bedient sich der
Instrumente der Verführung und nicht der des rationalen Argumentes. Die
kolonisierenden Kalküle gehen auf, wenn das Wollen unterströmt ist
und die Menschen glauben, dass sie <italic>wollen</italic>, was sie doch nur <italic>sollen</italic>. Darin lag schon ein
zentrales Thema der Dialektik der Aufklärung bei Adorno und Horkheimer
(vgl. 1971). Mit dieser Entfremdung öffnet sich eine Schere: Je
größer das Unbewusste des eigenen Selbst systemisch <italic>gemacht</italic> wird (vgl. in
diesem Sinne Erdheim und Nadig, 1994), desto kleiner wird das Vermögen,
über Gefühle und ihre Wirkung treffend sprechen zu können. Und
so liegt es auf der Hand, dass sich ein Schwund an Selbstbewusstsein als
Ressource der Fremdbestimmung anbietet. Insbesondere nach dem Zweiten
Weltkrieg wurden die Medien der Verführung (vgl. in diesem Sinne
Baudrillard, 1983) immens pluralisiert und radikalisiert. Damit
vergrößerte sich auch die Kluft zwischen den Dispositiven der Macht
ästhetizistischer Akteure zum einen, und den individuellen Technologien
des Selbst (vgl. Foucault, 1993) zum anderen.</p>
      <p>Die Wissenschaften können diese Entfremdung der Subjekte nur bedingt
verlangsamen. Zum einen sind sie den Mikrologien des affektiven Erlebens
gegenüber weitgehend uninteressiert. Zum anderen haben sie sich eine
Sprache gegeben, die vornehmlich sie selbst nur verstehen. In ihrer
Abstraktheit vermag sie die Vitalität des sinnlichen und leiblichen
Erlebens kaum zu erfassen. Die Konjunktur dieser paradigmatischen Sichtweise
liegt zu guten Teilen an der Mode des Konstruktivismus, wonach Gefühle
generell als gesellschaftlich hergestellt gelten. So richtet sich das
wissenschaftliche Interesse nur noch wenig auf das Verstehen des sinnlichen
und leiblichen <italic>Erlebens</italic> von städtischen Events, Fassaden, Baustoffen,
ästhetischen Illuminationen oder suggestiven Klangwelten. Es
konzentriert sich vielmehr (konstruktivistisch) auf die Analyse der
<italic>Übertragung</italic> von Erlebnis-<italic>Erwartungen</italic>.</p>
      <p>Indes bietet die subjektive Einlassung empirisch forschender Subjekte in
immersive wie dissuasive Milieus einen Weg der wahrnehmenden Erfassung
dessen, was affiziert, berührt, erschrickt, die Aufmerksamkeit lenkt,
das aktuelle So-Sein stimmt und von sich selbst ablenkt. An einer Reihe von
Beispielen habe ich kürzlich methodologisch und praktisch gezeigt, in
welcher Weise „Autopsien“ mitweltlichen Erlebens empirisches
Rohmaterial für die systematische Ausdeutung subjektiver Beziehungen zur
am eigenen Leibe erfahrenen (räumlichen, sozialen, technischen,
artifiziellen, performativ sich verändernden etc.) Welt liefern kann. Im
Sinne einer lebenspraktischen (wie forschungsmethodisch gewendeten)
Schärfung der Aufmerksamkeit und Differenzierung von Vermögen der
sprachlichen Explikation situativen Erlebens mündet die
„Sorge um das eigene Selbst“ (i.S. von Foucault, vgl. oben) in das
Bemühen um Mikrologien räumlichen Erlebens. Die Orte und Anlässe
solcher Selbstgewahrwerdung befinden sich in der alltäglichen Welt – im
angreifenden Gefühl einer andrängenden Windböe (vgl. dazu Hasse,
2017a:173–227) oder den Atmosphären unterschiedlichster Märkte
(vgl. Hasse, 2017b).</p>
      <p>Ein gemeinsames Merkmal des Sloterdijk'schen Plädoyers
für das Üben (vgl. 2009) und der Foucault'schen
Hermeneutik des Subjekts (vgl. 2004) liegt in der Steigerung der
Aufmerksamkeit gegenüber dem eigenen Selbst, bzw. seinem Sich-Finden in
Situationen. Die nachdenkende Durchquerung von Geschichten subjektiven So-
und Mit-Seins eröffnet – gleichsam vom affizierenden Ende
atmosphärischer Machtkalküle mit dem Ziel der Instrumentalisierung
der Menschen nach ökonomischen oder ideologischen Interessen – profunde
Ansatzpunkte für die Formulierung einer konkreten Kritik
gesellschaftlicher Verhältnisse, die nicht in abstrakten Systemen
identifiziert werden, sondern an dem, was davon spürbar wird.</p>
</sec>

      
      </body>
    <back><notes notes-type="dataavailability">

      <p>Für diesen Artikel wurden keine Datensätze genutzt.</p>
  </notes><notes notes-type="competinginterests">

      <p>Der Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.</p>
  </notes><ack><title>Danksagung</title><p>Der Verfasser dankt den GutachterInnen für ihre hilfreichen
Anmerkungen im Rahmen des Reviewverfahrens.<?xmltex \hack{\newline}?><?xmltex \hack{\newline}?>
Edited by: Benedikt Korf<?xmltex \hack{\newline}?>
Reviewed by: two anonymous referees</p></ack><?xmltex \hack{\newpage}?><?xmltex \hack{\newpage}?><ref-list>
    <title>Literatur</title>

      <ref id="bib1.bib1"><label>1</label><mixed-citation>
Adorno, T. W.: Stichworte. Kritische Modelle 2 (zuerst 1969), Suhrkamp
Verlag, Frankfurt/Main, 1980.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib2"><label>2</label><mixed-citation>
Adorno, T. W. und Horkheimer, M.: Kulturindustrie. Aufklärung als
Massenbetrug (zuerst 1947), in: Dialektik
der Aufklärung, Herausgeber: Adorno, Th. W. und Horkheimer, M.,
Verlag S. Fischer, Frankfurt/Main,  108–150, 1971.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib3"><label>3</label><mixed-citation>
Barthes, R.: Mythen des Alltags. Aus dem Französischen von Horst
Brühmann, Suhrkamp Verlag, Frankfurt/Main, 2010.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib4"><label>4</label><mixed-citation>
Baudrillard, J.: Laßt euch nicht verführen!, Merve Verlag, Berlin,
1983.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib5"><label>5</label><mixed-citation>
Binswanger, L.: Ausgewählte Werke. Bd. 2.: Grundformen und
Erkenntnis menschlichen Daseins, Herausgeber: Herzog, M. und
Braun, H.-J., Asanger Verlag, Heidelberg, 1993.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib6"><label>6</label><mixed-citation>
Böhme, G.: Phänomenologie als Kritik, in: Neue
Phänomenologie zwischen Praxis und Theorie. Festschrift für Hermann
Schmitz, Herausgeber: Großheim, Michael, Verlag Karl Alber, Freiburg und
München,  21–36, 2008.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib7"><label>7</label><mixed-citation>
Böhme, G.: Bewusstseinsformen, Verlag Wilhelm Fink, München,
2014.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib8"><label>8</label><mixed-citation>
Bollnow, O. F.: Mensch und Raum, Stuttgart u.a., Verlag W.
Kohlhammer, 1963.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib9"><label>9</label><mixed-citation>
Brunotte, E., Gebhardt, H.,
Meurer, M., Meusburger, P., and Nipper, J. (Hrsg.): Lexikon der Geographie (vier Bände),
Band 3, Spektrum Verlag, Heidelberg und Berlin, 2002.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib10"><label>10</label><mixed-citation>
Buttimer, A.: Ideal und Wirklichkeit in der angewandten Geographie,
Verlag, Kallmünz/Regensburg, 1984.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib11"><label>11</label><mixed-citation>
Dörfler, T.: Der Raum ist der Freund des Seins. Bachelards Poetik
des Raumes als Anstoß zu einer neuen Theorie des Raumes“, in:
sub/urban. Zeitschrift für kritische Stadtforschung, 3, 95–108, 2015.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib12"><label>12</label><mixed-citation>
Dürckheim, Graf K. von: Untersuchungen zum gelebten Raum (zuerst
1932), Herausgeber: Hasse, J. (mit Einführungen von Hasse,
J., Janson, A., Schmitz, H. und Schultheis, K.), in:
Natur – Raum – Gesellschaft, Bd. 4, Selbstverlag Institut für
Didaktik der Geographie, Frankfurt/Main, 2005.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib13"><label>13</label><mixed-citation>
Erdheim, M. und Nadig, M.: Psychoanalyse und Sozialforschung,
in: Psychoanalyse und Unbewußtheit in der Kultur,
Herausgeber: Erdheim, M., Suhrkamp
Verlag, Frankfurt/Main, 61–82, 1994.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib14"><label>14</label><mixed-citation>
Escher, A.: Die Atmosphäre des orientalischen Bazars: in: Stadt und
Atmosphäre, Die alte Stadt, 35, Heft 2, Herausgeber: Hasse, J.,
161–174, 2008.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib15"><label>15</label><mixed-citation>
Escher, A., Karner, M., Kerz, Chr., Rapp, H. und Sommerlad, E.: The atmospheric grid of cruising on the seas,
Erdkunde, 4, 313–321, 2016.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib16"><label>16</label><mixed-citation>
Fink, E.: Grundphänomene des menschlichen Daseins, Alber Verlag,
Freiburg und München, 1995.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib17"><label>17</label><mixed-citation>
Fleck, L.: Schauen, Sehen, Wissen (zuerst 1947), in: Denkstile und Tatsachen, Gesammelte Schriften und
Zeugnisse, Herausgeber:
Werner, S. und Zittel, C., Suhrkamp Verlag, Berlin, 390–418, 2011.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib18"><label>18</label><mixed-citation>
Foucault, M.: Was ist Kritik? (zuerst 1978), Merve Verlag, Berlin, 1992.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib19"><label>19</label><mixed-citation>
Foucault, M.: Technologien des Selbst (zuerst 1982), in: Technologien des Selbst,
Herausgeber: Luther, H. M., Gutman, H., and Hutton, P. H., Verlag S. Fischer, Frankfurt/Main,
24–62, 1993.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib20"><label>20</label><mixed-citation>
Foucault, M.: Überwachen und Strafen. Die Geburt des
Gefängnisses (zuerst 1975), Suhrkamp Verlag, Frankfurt/Main, 1994.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib21"><label>21</label><mixed-citation>
Foucault, M.: Hermeneutik des Subjekts (zuerst 1981/82), Suhrkamp
Verlag, Frankfurt/Main, 2004.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib22"><label>22</label><mixed-citation>
Gallagher, S.: How the Body Shapes the Mind, Oxford University Press,
Oxford, 2005.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib23"><label>23</label><mixed-citation>
Gallagher, S.: Phenomenology, Palgrave Macmillan, London, 2012.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib24"><label>24</label><mixed-citation>
Gammerl, B. und Herrn, R.: Gefühlsräume – Raumgefühle.
Perspektiven auf die Verschränkung von emotionalen Praktiken und
Topografien der Moderne, u b / u r b a n . zeitschrift
für kritische stadtforschung, Band 3, Heft 2, 7–22, 2015.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib25"><label>25</label><mixed-citation>
Hasse, J.: Wissenschaft und Mythos. Die Macht der Verführung
durch abstraktionistische und verschleiernde Theoreme, in: VIII. Jahrbuch
für Lebensphilosophie. Kritik und Therapie wissenschaftlicher
Unvernunft, Albuena Verlag, München,  67–88, 2016.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib26"><label>26</label><mixed-citation>
Hasse, J.: Die Aura des Einfachen. Mikrologien räumlichen
Erlebens, Band 1, Alber Verlag, Freiburg und München, 2017a.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib27"><label>27</label><mixed-citation>
Hasse, J.: Märkte und ihre Atmosphären. Mikrologien
räumlichen Erlebens, Band 2, Alber Verlag, Freiburg und München,
im Druck, 2017b.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib28"><label>28</label><mixed-citation>
Heidegger, M.: Sein und Zeit (zuerst 1927), Niemeyer, Tübingen,
1993.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib29"><label>29</label><mixed-citation>
Hellpach, W.: Sinne und Seele. Zwölf Gänge in ihrem Grenzdickicht,
Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart, 1946.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib30"><label>30</label><mixed-citation>
Herquet, K.: Die Insel Borkum in kulturgeschichtlicher Hinsicht. Mit einer
Karte von 1713 (zuerst 1886), Verlag Schuster, Leer, 1991.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib31"><label>31</label><mixed-citation>
Jüngst, P.: Territorialität und Psychodynamik. Eine
Einführung in die Psychogeographie, Psychosozial-Verlag, Gießen,
2000.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib32"><label>32</label><mixed-citation>
Kazig, R.: „Einkaufsatmosphären. Eine alltagsästhetische
Konzeption“, in: Perspektiven sozialwissenschaftlicher Konsumforschung,
Herausgeber: Schmid, H. und Gäbler, K., Steiner Verlag, Stuttgart,
217–232, 2013.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib33"><label>33</label><mixed-citation>
Kazig, R.: Die Bedeutung von Alltagsästhetik im Kontext der
Polarisierung und Hybridisierung von Städten – eine Spurensuche, in: Fraktale Metropolen. Stadtenwicklung
zwischen Devianz, Polarisierung und Hybridisierung,
Herausgeber: Weber, F. and Kühne, O.:  Springer VS, Wiesbaden,
215–229, 2016.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib34"><label>34</label><mixed-citation>
Lefebvre, H.: Die Produktion des Städtischen Raums (zuerst 1977),
AnArchitektur, Nr. 01-03, 94–20, Juli 2002.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib35"><label>35</label><mixed-citation>
Lehmann, H.: Die Physiognomie der Landschaft, Studium Generale,
182–195, 1950.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib36"><label>36</label><mixed-citation>
Lipps, T.: Ästhetik. Psychologie des Schönen und der Kunst, 2
Bände, Verlag von Leopold Voss, Leipzig und Hamburg, 1903.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib37"><label>37</label><mixed-citation>
Löw, M.: Raumsoziologie, Suhrkamp Verlag, Frankfurt/Main, 2001.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib38"><label>38</label><mixed-citation>
Luhmann, N.: Die Kunst der Gesellschaft, Suhrkamp Verlag,
Frankfurt/Main, 1997.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib39"><label>39</label><mixed-citation>
Meder, O. und Jüngst,  P.: Psychodynamik,
Machtverhältnisse und Territorialität in “einfachen” und frühen
staatlichen Gesellschaften, Überlegungen und Thesen, Univ.-Bibliothek,
Kassel, 2002.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib40"><label>40</label><mixed-citation>
Merleau-Ponty, M.: Phénoménologie de la perception,
Gallimard, Paris, 1945.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib41"><label>41</label><mixed-citation>
Meyer-Drawe, K.: Stichwort „Leib“, in: Wörterbuch der
phänomenologischen Begriffe, Herausgeber: Vetter, H., Verlag
Meyner, Hamburg,  331–337, 2004.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib42"><label>42</label><mixed-citation>
Müller, R.: Die Physiognomie der Landschaft als Thema geographischer
Forschung bei Herbert Lehmann, in: Herbert Lehmann. Essays zur Physiognomie
der Landschaft, Herausgeber: Krenzlin, A. und Müller, R.,
Erdkundliches Wissen, Heft 83, Wiesbaden, 7–26, 1986.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib43"><label>43</label><mixed-citation>
Mumford, L.: Megapolis. Gesicht und Seele der Gross-Stadt (zuerst 1945),
Bauverlag, Wiesbaden, 1951.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib44"><label>44</label><mixed-citation>
Pile, S.: Emotions and affect in recent human geography, in: Transactions
of the Institute of British Geographers, 35,  5–20, 2010.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib45"><label>45</label><mixed-citation>
Plessner, H.: Gesammelte Schriften III. Anthropologie der Sinne,
Suhrkamp Verlag, Frankfurt/Main, 1980.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib46"><label>46</label><mixed-citation>
Pohl, J.: Geographie als hermeneutische Wissenschaft. Ein
Rekonstruktionsversuch. Münchner Geographische Hefte 52, Kallmünz,
1986.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib47"><label>47</label><mixed-citation>
Relph, E.: Rational Landscapes and Humanistic Geography, Croom Helm,
London, 1981.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib48"><label>48</label><mixed-citation>
Ricœur, P.: Die lebendige Metapher, Aus dem Französischen übersetzt von
Rainer Rochlitz, Wilhelm Fink Verlag, München, 1986.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib49"><label>49</label><mixed-citation>
Runkel, S.: Zur Genealogie des Atmosphären-Begriffs. Eine kritische
Würdigung der Ansätze von Hermann Schmitz und Gernot Böhme, in: Atmosphären des Populären II.
Perspektiven,
Herausgeber: Wünsch, U.,  Projekte, Protokolle, Performances, Personen,
Posen,
Uni-Edition, Berlin,  20–39, 2016.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib50"><label>50</label><mixed-citation>
Schmitz, H.: Neue Phänomenologie, Bouvier Verlag, Bonn, 1980.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib51"><label>51</label><mixed-citation>
Schmitz, H.: System der Philosophie. Band III: Der Raum. Teil 1: Der
leibliche Raum (zuerst 1967), Bouvier Verlag, Bonn, 1988.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib52"><label>52</label><mixed-citation>
Schmitz, H.: Der unerschöpfliche Gegenstand, Bouvier Verlag, Bonn,
1990.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib53"><label>53</label><mixed-citation>
Schmitz, H.: Gefühle als Atmosphären und das affektive
Betroffensein von ihnen, in: Zur Philosophie der Gefühle, Herausgeber:
Fink-Eitel, H. and Lohmann, G., Suhrkamp Verlag, Frankfurt/Main,
33–56, 1993.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib54"><label>54</label><mixed-citation>
Schmitz, H.: Neue Grundlagen der Erkenntnistheorie, Bouvier Verlag,
Bonn, 1994.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib55"><label>55</label><mixed-citation>Schmitz, H.: Der Leib, der Raum und die Gefühle, Edition tertium,
Ostfildern, 1998.
 </mixed-citation></ref><?xmltex \hack{\newpage}?>
      <ref id="bib1.bib56"><label>56</label><mixed-citation>
Schmitz, H.: Kurze Einführung in die Neue Phänomenologie,
Verlag Karl Alber, Freiburg und München, 2009.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib57"><label>57</label><mixed-citation>
Schmitz, H.: Bewusstsein, Verlag Karl Alber, Freiburg und München,
2010.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib58"><label>58</label><mixed-citation>
Schmitz, H.: Der Leib, De Gruyter, Berlin und Boston, 2011.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib59"><label>59</label><mixed-citation>
Seamon, D.: Lived Emplacement and the Locality of Being. A Return to
Humanistic Geography? in: Approaches to Human Geography, 2nd
edition, Herausgeber: Seamon, D., Stuart Aitken and Gill Valentine, London, 2014.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib60"><label>60</label><mixed-citation>
Sloterdijk, P.: Sphären (I – III), Suhrkamp Verlag, Frankfurt/Main,
1998, 1999, 2004.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib61"><label>61</label><mixed-citation>
Sloterdijk, P.: Du mußt dein Leben ändern, Suhrkamp Verlag,
Frankfurt/Main, 2009.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib62"><label>62</label><mixed-citation>
Straus, E.: Psychologie der menschlichen Welt. Gesammelte Schriften,
Springer Verlag, Berlin u.a., 1960.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib63"><label>63</label><mixed-citation>
Tarlow, S.: The archaeology of emotion and affect, Annu. Rev. Anthropol., 41, 169–185, 2012.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib64"><label>64</label><mixed-citation>
Tellenbach, H.: Geschmack und Atmosphäre, Otto Müller Verlag,
Salzburg, 1968.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib65"><label>65</label><mixed-citation>
Volkelt, J.: System der Ästhetik (drei Bände), Becksche
Verlagsbuchhandlung, München, 1905ff.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib66"><label>66</label><mixed-citation>
Waldenfels, B.: Bruchlinien der Erfahrung, Suhrkamp
Verlag, Frankfurt/Main, 2002.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib67"><label>67</label><mixed-citation>
Werlen, B.: Zur Ontologie von Gesellschaft und Raum. Sozialgeographie
alltäglicher Regionalisierungen, Steiner Verlag, Stuttgart, 1999.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib68"><label>68</label><mixed-citation>
Werlen, B.: „Subjektivität“, Stichwort in: Lexikon der Geographie,
Herausgeber: Brunotte, E., Gebhardt, H., Meurer, M., Meusburger, P. und Nipper, J.,
Bd. 3, Spektrum Verlag, Heidelberg und
Berlin, 311–312, 2002.</mixed-citation></ref>
      <ref id="bib1.bib69"><label>69</label><mixed-citation>
Zahnen, B.: Tragweiten geographischen Denkens, Passagen Verlag, Wien,
2015.</mixed-citation></ref>

  </ref-list><app-group content-type="float"><app><title/>

    </app></app-group></back>
    <!--<article-title-html>Die Abwesenheit der Phänomenologie in der deutschen Humangeographie</article-title-html>
<abstract-html><p class="p">This article is written from the perspective of phenomenology. Its potential
gain for a critical human geography is discussed in contrast to the
paradigmatic frame of basic assumptions in constructivism. The example of
atmospheres will illustrate another theoretical conception of space. In
phenomenological view there happens not only a reality of things but also a
circum-actuality is not spatially extended like a house or another material
objective. Atmospheres are <i>vital qualities</i> (Dürckheim) we feel like a cloud in our
sense perception in situations of awareness. This implies the necessity to
make a difference between a <i>material body</i> (<q>Körper</q>) and a <i>felt body</i> (<q>Leib</q>). This
epistemic knowledge will improve our critique of neoliberal societies, tuned
by aestheticisation especially in glamour CBDs of postmodern cities. Finally
there is a close link to the work of Michel Foucault, topped off in his <i>The Hermeneutics of the Subject</i>.
References to the Critical Theory (Frankfurter Schule) are connected.</p></abstract-html>
<ref-html id="bib1.bib1"><label>1</label><mixed-citation>
Adorno, T. W.: Stichworte. Kritische Modelle 2 (zuerst 1969), Suhrkamp
Verlag, Frankfurt/Main, 1980.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib2"><label>2</label><mixed-citation>
Adorno, T. W. und Horkheimer, M.: Kulturindustrie. Aufklärung als
Massenbetrug (zuerst 1947), in: Dialektik
der Aufklärung, Herausgeber: Adorno, Th. W. und Horkheimer, M.,
Verlag S. Fischer, Frankfurt/Main,  108–150, 1971.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib3"><label>3</label><mixed-citation>
Barthes, R.: Mythen des Alltags. Aus dem Französischen von Horst
Brühmann, Suhrkamp Verlag, Frankfurt/Main, 2010.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib4"><label>4</label><mixed-citation>
Baudrillard, J.: Laßt euch nicht verführen!, Merve Verlag, Berlin,
1983.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib5"><label>5</label><mixed-citation>
Binswanger, L.: Ausgewählte Werke. Bd. 2.: Grundformen und
Erkenntnis menschlichen Daseins, Herausgeber: Herzog, M. und
Braun, H.-J., Asanger Verlag, Heidelberg, 1993.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib6"><label>6</label><mixed-citation>
Böhme, G.: Phänomenologie als Kritik, in: Neue
Phänomenologie zwischen Praxis und Theorie. Festschrift für Hermann
Schmitz, Herausgeber: Großheim, Michael, Verlag Karl Alber, Freiburg und
München,  21–36, 2008.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib7"><label>7</label><mixed-citation>
Böhme, G.: Bewusstseinsformen, Verlag Wilhelm Fink, München,
2014.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib8"><label>8</label><mixed-citation>
Bollnow, O. F.: Mensch und Raum, Stuttgart u.a., Verlag W.
Kohlhammer, 1963.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib9"><label>9</label><mixed-citation>
Brunotte, E., Gebhardt, H.,
Meurer, M., Meusburger, P., and Nipper, J. (Hrsg.): Lexikon der Geographie (vier Bände),
Band 3, Spektrum Verlag, Heidelberg und Berlin, 2002.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib10"><label>10</label><mixed-citation>
Buttimer, A.: Ideal und Wirklichkeit in der angewandten Geographie,
Verlag, Kallmünz/Regensburg, 1984.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib11"><label>11</label><mixed-citation>
Dörfler, T.: Der Raum ist der Freund des Seins. Bachelards Poetik
des Raumes als Anstoß zu einer neuen Theorie des Raumes“, in:
sub/urban. Zeitschrift für kritische Stadtforschung, 3, 95–108, 2015.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib12"><label>12</label><mixed-citation>
Dürckheim, Graf K. von: Untersuchungen zum gelebten Raum (zuerst
1932), Herausgeber: Hasse, J. (mit Einführungen von Hasse,
J., Janson, A., Schmitz, H. und Schultheis, K.), in:
Natur – Raum – Gesellschaft, Bd. 4, Selbstverlag Institut für
Didaktik der Geographie, Frankfurt/Main, 2005.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib13"><label>13</label><mixed-citation>
Erdheim, M. und Nadig, M.: Psychoanalyse und Sozialforschung,
in: Psychoanalyse und Unbewußtheit in der Kultur,
Herausgeber: Erdheim, M., Suhrkamp
Verlag, Frankfurt/Main, 61–82, 1994.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib14"><label>14</label><mixed-citation>
Escher, A.: Die Atmosphäre des orientalischen Bazars: in: Stadt und
Atmosphäre, Die alte Stadt, 35, Heft 2, Herausgeber: Hasse, J.,
161–174, 2008.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib15"><label>15</label><mixed-citation>
Escher, A., Karner, M., Kerz, Chr., Rapp, H. und Sommerlad, E.: The atmospheric grid of cruising on the seas,
Erdkunde, 4, 313–321, 2016.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib16"><label>16</label><mixed-citation>
Fink, E.: Grundphänomene des menschlichen Daseins, Alber Verlag,
Freiburg und München, 1995.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib17"><label>17</label><mixed-citation>
Fleck, L.: Schauen, Sehen, Wissen (zuerst 1947), in: Denkstile und Tatsachen, Gesammelte Schriften und
Zeugnisse, Herausgeber:
Werner, S. und Zittel, C., Suhrkamp Verlag, Berlin, 390–418, 2011.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib18"><label>18</label><mixed-citation>
Foucault, M.: Was ist Kritik? (zuerst 1978), Merve Verlag, Berlin, 1992.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib19"><label>19</label><mixed-citation>
Foucault, M.: Technologien des Selbst (zuerst 1982), in: Technologien des Selbst,
Herausgeber: Luther, H. M., Gutman, H., and Hutton, P. H., Verlag S. Fischer, Frankfurt/Main,
24–62, 1993.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib20"><label>20</label><mixed-citation>
Foucault, M.: Überwachen und Strafen. Die Geburt des
Gefängnisses (zuerst 1975), Suhrkamp Verlag, Frankfurt/Main, 1994.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib21"><label>21</label><mixed-citation>
Foucault, M.: Hermeneutik des Subjekts (zuerst 1981/82), Suhrkamp
Verlag, Frankfurt/Main, 2004.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib22"><label>22</label><mixed-citation>
Gallagher, S.: How the Body Shapes the Mind, Oxford University Press,
Oxford, 2005.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib23"><label>23</label><mixed-citation>
Gallagher, S.: Phenomenology, Palgrave Macmillan, London, 2012.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib24"><label>24</label><mixed-citation>
Gammerl, B. und Herrn, R.: Gefühlsräume – Raumgefühle.
Perspektiven auf die Verschränkung von emotionalen Praktiken und
Topografien der Moderne, u b / u r b a n . zeitschrift
für kritische stadtforschung, Band 3, Heft 2, 7–22, 2015.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib25"><label>25</label><mixed-citation>
Hasse, J.: Wissenschaft und Mythos. Die Macht der Verführung
durch abstraktionistische und verschleiernde Theoreme, in: VIII. Jahrbuch
für Lebensphilosophie. Kritik und Therapie wissenschaftlicher
Unvernunft, Albuena Verlag, München,  67–88, 2016.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib26"><label>26</label><mixed-citation>
Hasse, J.: Die Aura des Einfachen. Mikrologien räumlichen
Erlebens, Band 1, Alber Verlag, Freiburg und München, 2017a.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib27"><label>27</label><mixed-citation>
Hasse, J.: Märkte und ihre Atmosphären. Mikrologien
räumlichen Erlebens, Band 2, Alber Verlag, Freiburg und München,
im Druck, 2017b.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib28"><label>28</label><mixed-citation>
Heidegger, M.: Sein und Zeit (zuerst 1927), Niemeyer, Tübingen,
1993.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib29"><label>29</label><mixed-citation>
Hellpach, W.: Sinne und Seele. Zwölf Gänge in ihrem Grenzdickicht,
Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart, 1946.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib30"><label>30</label><mixed-citation>
Herquet, K.: Die Insel Borkum in kulturgeschichtlicher Hinsicht. Mit einer
Karte von 1713 (zuerst 1886), Verlag Schuster, Leer, 1991.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib31"><label>31</label><mixed-citation>
Jüngst, P.: Territorialität und Psychodynamik. Eine
Einführung in die Psychogeographie, Psychosozial-Verlag, Gießen,
2000.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib32"><label>32</label><mixed-citation>
Kazig, R.: „Einkaufsatmosphären. Eine alltagsästhetische
Konzeption“, in: Perspektiven sozialwissenschaftlicher Konsumforschung,
Herausgeber: Schmid, H. und Gäbler, K., Steiner Verlag, Stuttgart,
217–232, 2013.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib33"><label>33</label><mixed-citation>
Kazig, R.: Die Bedeutung von Alltagsästhetik im Kontext der
Polarisierung und Hybridisierung von Städten – eine Spurensuche, in: Fraktale Metropolen. Stadtenwicklung
zwischen Devianz, Polarisierung und Hybridisierung,
Herausgeber: Weber, F. and Kühne, O.:  Springer VS, Wiesbaden,
215–229, 2016.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib34"><label>34</label><mixed-citation>
Lefebvre, H.: Die Produktion des Städtischen Raums (zuerst 1977),
AnArchitektur, Nr. 01-03, 94–20, Juli 2002.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib35"><label>35</label><mixed-citation>
Lehmann, H.: Die Physiognomie der Landschaft, Studium Generale,
182–195, 1950.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib36"><label>36</label><mixed-citation>
Lipps, T.: Ästhetik. Psychologie des Schönen und der Kunst, 2
Bände, Verlag von Leopold Voss, Leipzig und Hamburg, 1903.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib37"><label>37</label><mixed-citation>
Löw, M.: Raumsoziologie, Suhrkamp Verlag, Frankfurt/Main, 2001.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib38"><label>38</label><mixed-citation>
Luhmann, N.: Die Kunst der Gesellschaft, Suhrkamp Verlag,
Frankfurt/Main, 1997.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib39"><label>39</label><mixed-citation>
Meder, O. und Jüngst,  P.: Psychodynamik,
Machtverhältnisse und Territorialität in “einfachen” und frühen
staatlichen Gesellschaften, Überlegungen und Thesen, Univ.-Bibliothek,
Kassel, 2002.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib40"><label>40</label><mixed-citation>
Merleau-Ponty, M.: Phénoménologie de la perception,
Gallimard, Paris, 1945.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib41"><label>41</label><mixed-citation>
Meyer-Drawe, K.: Stichwort „Leib“, in: Wörterbuch der
phänomenologischen Begriffe, Herausgeber: Vetter, H., Verlag
Meyner, Hamburg,  331–337, 2004.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib42"><label>42</label><mixed-citation>
Müller, R.: Die Physiognomie der Landschaft als Thema geographischer
Forschung bei Herbert Lehmann, in: Herbert Lehmann. Essays zur Physiognomie
der Landschaft, Herausgeber: Krenzlin, A. und Müller, R.,
Erdkundliches Wissen, Heft 83, Wiesbaden, 7–26, 1986.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib43"><label>43</label><mixed-citation>
Mumford, L.: Megapolis. Gesicht und Seele der Gross-Stadt (zuerst 1945),
Bauverlag, Wiesbaden, 1951.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib44"><label>44</label><mixed-citation>
Pile, S.: Emotions and affect in recent human geography, in: Transactions
of the Institute of British Geographers, 35,  5–20, 2010.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib45"><label>45</label><mixed-citation>
Plessner, H.: Gesammelte Schriften III. Anthropologie der Sinne,
Suhrkamp Verlag, Frankfurt/Main, 1980.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib46"><label>46</label><mixed-citation>
Pohl, J.: Geographie als hermeneutische Wissenschaft. Ein
Rekonstruktionsversuch. Münchner Geographische Hefte 52, Kallmünz,
1986.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib47"><label>47</label><mixed-citation>
Relph, E.: Rational Landscapes and Humanistic Geography, Croom Helm,
London, 1981.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib48"><label>48</label><mixed-citation>
Ricœur, P.: Die lebendige Metapher, Aus dem Französischen übersetzt von
Rainer Rochlitz, Wilhelm Fink Verlag, München, 1986.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib49"><label>49</label><mixed-citation>
Runkel, S.: Zur Genealogie des Atmosphären-Begriffs. Eine kritische
Würdigung der Ansätze von Hermann Schmitz und Gernot Böhme, in: Atmosphären des Populären II.
Perspektiven,
Herausgeber: Wünsch, U.,  Projekte, Protokolle, Performances, Personen,
Posen,
Uni-Edition, Berlin,  20–39, 2016.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib50"><label>50</label><mixed-citation>
Schmitz, H.: Neue Phänomenologie, Bouvier Verlag, Bonn, 1980.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib51"><label>51</label><mixed-citation>
Schmitz, H.: System der Philosophie. Band III: Der Raum. Teil 1: Der
leibliche Raum (zuerst 1967), Bouvier Verlag, Bonn, 1988.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib52"><label>52</label><mixed-citation>
Schmitz, H.: Der unerschöpfliche Gegenstand, Bouvier Verlag, Bonn,
1990.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib53"><label>53</label><mixed-citation>
Schmitz, H.: Gefühle als Atmosphären und das affektive
Betroffensein von ihnen, in: Zur Philosophie der Gefühle, Herausgeber:
Fink-Eitel, H. and Lohmann, G., Suhrkamp Verlag, Frankfurt/Main,
33–56, 1993.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib54"><label>54</label><mixed-citation>
Schmitz, H.: Neue Grundlagen der Erkenntnistheorie, Bouvier Verlag,
Bonn, 1994.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib55"><label>55</label><mixed-citation>
Schmitz, H.: Der Leib, der Raum und die Gefühle, Edition tertium,
Ostfildern, 1998.

</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib56"><label>56</label><mixed-citation>
Schmitz, H.: Kurze Einführung in die Neue Phänomenologie,
Verlag Karl Alber, Freiburg und München, 2009.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib57"><label>57</label><mixed-citation>
Schmitz, H.: Bewusstsein, Verlag Karl Alber, Freiburg und München,
2010.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib58"><label>58</label><mixed-citation>
Schmitz, H.: Der Leib, De Gruyter, Berlin und Boston, 2011.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib59"><label>59</label><mixed-citation>
Seamon, D.: Lived Emplacement and the Locality of Being. A Return to
Humanistic Geography? in: Approaches to Human Geography, 2nd
edition, Herausgeber: Seamon, D., Stuart Aitken and Gill Valentine, London, 2014.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib60"><label>60</label><mixed-citation>
Sloterdijk, P.: Sphären (I – III), Suhrkamp Verlag, Frankfurt/Main,
1998, 1999, 2004.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib61"><label>61</label><mixed-citation>
Sloterdijk, P.: Du mußt dein Leben ändern, Suhrkamp Verlag,
Frankfurt/Main, 2009.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib62"><label>62</label><mixed-citation>
Straus, E.: Psychologie der menschlichen Welt. Gesammelte Schriften,
Springer Verlag, Berlin u.a., 1960.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib63"><label>63</label><mixed-citation>
Tarlow, S.: The archaeology of emotion and affect, Annu. Rev. Anthropol., 41, 169–185, 2012.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib64"><label>64</label><mixed-citation>
Tellenbach, H.: Geschmack und Atmosphäre, Otto Müller Verlag,
Salzburg, 1968.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib65"><label>65</label><mixed-citation>
Volkelt, J.: System der Ästhetik (drei Bände), Becksche
Verlagsbuchhandlung, München, 1905ff.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib66"><label>66</label><mixed-citation>
Waldenfels, B.: Bruchlinien der Erfahrung, Suhrkamp
Verlag, Frankfurt/Main, 2002.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib67"><label>67</label><mixed-citation>
Werlen, B.: Zur Ontologie von Gesellschaft und Raum. Sozialgeographie
alltäglicher Regionalisierungen, Steiner Verlag, Stuttgart, 1999.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib68"><label>68</label><mixed-citation>
Werlen, B.: „Subjektivität“, Stichwort in: Lexikon der Geographie,
Herausgeber: Brunotte, E., Gebhardt, H., Meurer, M., Meusburger, P. und Nipper, J.,
Bd. 3, Spektrum Verlag, Heidelberg und
Berlin, 311–312, 2002.
</mixed-citation></ref-html>
<ref-html id="bib1.bib69"><label>69</label><mixed-citation>
Zahnen, B.: Tragweiten geographischen Denkens, Passagen Verlag, Wien,
2015.
</mixed-citation></ref-html>--></article>
