Articles | Volume 52, issue 4
Geogr. Helv., 52, 115–123, 1997
https://doi.org/10.5194/gh-52-115-1997
Geogr. Helv., 52, 115–123, 1997
https://doi.org/10.5194/gh-52-115-1997

  31 Dec 1997

31 Dec 1997

Regionale Sterblichkeitsunterschiede in der Schweiz : ein nicht ganz einfach zu bestimmender Indikator für regional ungleiche Lebenschancen

M. Bopp M. Bopp
  • Institut für Sozial- und Präventivmedizinder Universität Zürich, Sumatrastraße 30, 8006 Zürich, Switzerland

Abstract. Die Lebenserwartung bzw. das relative Sterberisiko ist ein wichtiger Indikator für die Lebenschancen in einer Region. Für aussagekräftige Vergleiche von Mortalitätsmaßen müssen die Unterschiede in der regionalen Altersstruktur, aber auch zwischen Mann und Frau berücksichtigt werden. Daneben müssen in der Schweiz mehrere Zähler-Nenner-Probleme gelöst werden, die durch unterschiedliche Wohnsitzdefinitionen und den Einbezug der Ausländer bedingt sind. Für die 35- bis 64jährigen Schweizer Bürger ergeben sich erhebliche regionale Disparitäten, die einem Unterschied von mehreren Jahren Lebenserwartung entsprechen. Bei den Männern sind die geographischen Unterschiede ausgeprägter und Ausdruck eines gesundheitsgefährdenderen Verhaltens. Erhöhte Mortalität betrifft vor allem die Suisse romande und die Großstädte. Regionale Sterblichkeitsunterschiede sind Ausdruck kultureller und sozialer Lebensbedingungen. Eine sorgfältige Analyse der Unterschiede und Trends muß daher die Regionalforschung beschäftigen.

Download