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Volume 57, issue 4
Geogr. Helv., 57, 238–244, 2002
https://doi.org/10.5194/gh-57-238-2002
© Author(s) 2002. This work is distributed under
the Creative Commons Attribution 3.0 License.
Geogr. Helv., 57, 238–244, 2002
https://doi.org/10.5194/gh-57-238-2002
© Author(s) 2002. This work is distributed under
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  31 Dec 2002

31 Dec 2002

Vor verschlossenen Türen : wie neu sind die Tore und Mauern in lateinamerikanischen Städten?

A. Borsdorf A. Borsdorf
  • Institut für Geographie, Universität Innsbruck. Innrain 52, A-6020 Innsbruck; Institut für Stadt- und Regionalforschung. Österreichische Akademie der Wissenschaften, Postgasse 7/4/2, A-lOlOWien, Austria

Abstract. Die Städte Lateinamerikas haben in den letzten Dekaden ein neues Gesicht bekommen. Darin stechen die ungewohnten Mauern und Zäune, mit denen Straßen abgesperrt werden und hinter denen sich kleinere oder größere Wohnkomplexe verbergen, in besonderer Weise hervor. Manche Autoren halten diese abgeriegelten Bezirke für eine Kopie nordamerikanischer gated communities, andere bewerten die neuen Mauern als Rückfall in das Mittelalter.

Diesen Auffassungen muss entgegengehalten werden, dass die Tendenz zur Abschottung in lateinamerikanischen Städten eine lange Tradition hat. Bereits die frühen Patio-Häuser bedeuteten eine radikale Zäsur zum öffentlichen Raum, dem sie sich nur mit einer geschlossenen Mauer und nur wenigen kleinen Gebäudeöffnungen zeigten. Andere Beispiele verdeutlichen, dass auch in der traditionellen Stadt ganze Wohnkomplexe abgeriegelt wurden, so etwa auch die Gängeviertel vom conventillo-Typ, die bis in die 1950er Jahre angelegt wurden.

Die lateinamerikanischen barrios cerrados haben demnach durchaus auch autochthone Wurzeln, wenngleich die ökonomische Transformation und Globalisierung weitere wichtige Ursachen für das Aufkommen dieser neuen Wohn- und Lebensform darstellen.

Publications Copernicus
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