Articles | Volume 57, issue 4
Geogr. Helv., 57, 245–252, 2002
https://doi.org/10.5194/gh-57-245-2002
Geogr. Helv., 57, 245–252, 2002
https://doi.org/10.5194/gh-57-245-2002

  31 Dec 2002

31 Dec 2002

Transformation und neue Formen der Segregation in den Städten Lateinamerikas

K. Fischer1 and C. Parnreiter2 K. Fischer and C. Parnreiter
  • 1Institut für Stadt- und Regionalforschung, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Postgasse 7/4/2, 1010 Wien, Austria
  • 2Institut für Stadt- und Regionalforschung, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Postgasse 7/4/2, 1010 Wien, Austria

Abstract. Im ersten Teil dieses Artikels wird auf der Basis einer Aufarbeitung der Literatur zum Thema argumentiert, dass sich in den Städten Lateinamerikas in den letzten zwei Jahrzehnten neue Formen sozialräumlicher Segregation herausgebildet haben. Die lange angenommene klare räumliche Differenzierung der Wohngebiete unterschiedlicher sozialer Gruppen entspricht dem komplexen Bild der gegenwärtigen Stadtentwicklung nicht (mehr). Neue Entwicklungstendenzen deuten auf das Entstehen einer «multi-fragmentierten» Stadt hin. Als wesentlicher Grund für das dichtere Nebeneinander von «arm» und «reich» bei gleichzeitig intensiverer Abschottung (u.a. durch gated communities oder condominios) werden die Transformations- und Globalisierungsprozesse ausgemacht, die eine kleinräumigere Segregation über Verarmungs-, Privatisierungs- und Deregulierungsprozesse fördern.

Im zweiten Teil des Artikels wird eine Agenda für die condominio-Forschung vorgestellt. Zentrale Punkte bilden einerseits die Frage, warum es zum condominio- Boom kommt und wer seine zentralen Akteure sind, und andererseits die Forderung, die condominio- Forschung tiefer einzubetten in die allgemeine Segregations- und Stadtforschung. Beide Aspekte verweisen auf die Notwendigkeit, den Zusammenhang zwischen Transformationsprozessen und dem Entstehen neuer Formen sozialräumlicher Segregation zu vertiefen.

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