Articles | Volume 77, issue 3
Geogr. Helv., 77, 345–356, 2022
https://doi.org/10.5194/gh-77-345-2022
Geogr. Helv., 77, 345–356, 2022
https://doi.org/10.5194/gh-77-345-2022
Standard article
19 Sep 2022
Standard article | 19 Sep 2022

Geographien von Wahlkampf, Medien und Gewalt: Extrem rechte Bewegungen aus assemblagetheoretischer Perspektive

Geographien von Wahlkampf, Medien und Gewalt: Extrem rechte Bewegungen aus assemblagetheoretischer Perspektive
Thilo Wiertz and Tobias Schopper Thilo Wiertz and Tobias Schopper
  • Institut für Umweltsozialwissenschaften und Geographie, Universität Freiburg, Schreiberstr. 20, 79085 Freiburg, Deutschland

Correspondence: Thilo Wiertz (thilo.wiertz@geographie.uni-freiburg.de)

Kurzfassung

Far right movements are waging a battle against pluralistic and democratic societies in Germany and beyond. Insofar as they seek to reorder the relationship between society, power, and space, they are inherently geographical and geopolitical projects. It is therefore no surprise that the rise of a new far right in recent years has sparked attention amongst political geographers. In German political geography, engagements with far right movements and their ideology have focused on regional socio-demographic patterns in extremist attitudes and votes for far right parties, or on the discursive construction of far right world views. We suggest that a conceptual renewal is in order and examine how assemblage theory can help to better understand how far right movements engender processes of territorialization and deterritorialization in their attempt to establish authoritative and nationalist social order. Understanding these processes requires a consideration of the interplay of discursive and affective processes. We outline the possibilities of such a perspective in three contexts: First, we propose to shift the focus from election results to political campaigns, the transregional networks on which they operate, and the spatial practices they produce. Second, we suggest to expand research on geopolitical imaginations of the far right to account for the dissemination and resonance of these imaginations in online media. Third, we outline how an assemblage approach can help to analyze the geographies of violence inherent in far right projects and their production of territories.

1 Einleitung

Anfang Februar 2022, knapp zwei Monate nach ihrem Amtsantritt, erklärte Innenministerin Nancy Faeser, der Rechtsextremismus sei „die größte Gefahr für die Demokratie“ (Zeit Online, 2022). Faeser bestätigte damit, was Wissenschaftler*innen und Sicherheitsbehörden seit einiger Zeit anmahnen: Extrem rechte Bewegungen führen einen Kampf gegen eine pluralistische und demokratische Gesellschaft (Weiß, 2017). Dieser Kampf zeigt sich unter anderem in sozialen Medien, wo Hass und Hetze gegenüber rassistisch gelesenen Menschen oder gegenüber Menschen, die sich für Geflüchtete engagieren, zum Alltag geworden sind (Ebner, 2019). Im Verlauf der Corona-Pandemie nutzten extrem rechte Bewegungen die Proteste gegen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie, um ihre Weltbilder in die Gesellschaft zu tragen und antisemitische Verschwörungsmythen zu verbreiten (Naumann und Kamann, 2021). Die Verbreitung völkischer und autoritärer Weltbilder überschreitet dabei vielfach die Schwelle zur Gewalt. Im Sommer 2020 versuchte ein Mob aus Reichsbürger*innen, Anthroposoph*innen und Neo-Nazis den deutschen Bundestag zu erstürmen. Und die Morde durch Mitglieder des Nationalsozialistischen Untergrunds, die Ermordung des CDU-Politikers Walter Lübke 2019 sowie die rechtsterroristischen Anschläge 2019 in Halle und 2020 in Hanau sind weitere Belege dafür, dass extrem rechte Bewegungen eine Bedrohung für innere Sicherheit, demokratische Kultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland sind. Die Amadeu Antonio Stiftung zählte zwischen 1990 und März 2022 mehr als 200 Todesopfer rechter Gewalt (Amadeu Antonio Stiftung, 2022) und es wurden in Deutschland zwischen 1990 und 2018 mehr Fälle von rechter Gewalt und Rechtsterrorismus dokumentiert als in jedem anderen europäischen Land (Brandt, 2020).

Auf der politischen Bühne hat sich die Alternative für Deutschland (AfD) als autoritär-nationalistische Partei mit rechtsextremen Tendenzen (Belina, 2019) etabliert. Im Jahr 2017 wurde sie in den deutschen Bundestag gewählt. Ursprünglich als euroskeptische und marktradikale Protestpartei konzipiert, hat sich die AfD im Zuge der Migrationsbewegungen 2015 zu einer Partei entwickelt, die eine zunehmend aggressive, rassistische und migrationsfeindliche Agenda propagiert und rechtsextreme Gewalt und Terrorismus bagatellisiert (Quent, 2019). Dabei kann sich die Partei auf ein breites Netzwerk extrem rechter Gruppierungen stützen, das sich selbst als „Neue Rechte“ bezeichnet. Dazu zählen Verlage, Zeitschriften, Influencer*innen in sozialen Medien sowie (gewalttätige) Jugendorganisationen (Mudde, 2019; Salzborn, 2017). Diese neue extreme Rechte zielt weniger auf kurzfristige Wahlerfolge, sondern versucht, extrem rechte Ideologie im breiteren gesellschaftlichen Diskurs zu verankern und so langfristig politische Macht zu garantieren (Kübler und Schopper, 2021). Diese Strategie basiert auf einer Interpretation von Gramscis Theorie der kulturellen Hegemonie und wird als „Metapolitik“ bezeichnet (Bruns und Strobl, 2015): Extrem rechte Gruppen adressieren den vorpolitischen Raum, der nach Gramsci der formellen Politik vorgelagert ist und in dem sich politische „Überzeugungen, Gewohnheiten [und] Anhängerschaften bilden“ (Barfuss und Jehle, 2017:117).

Neue rechte Bewegungen streben, ebenso wie ihre Vorgänger, eine Neuordnung des Verhältnisses von Gesellschaft, Macht und Raum an und sind insofern geographische und geopolitische Projekte. In den vergangenen Jahren hat die humangeographische Forschung zur extremen Rechten neuen Auftrieb erhalten, was sich in laufenden Forschungsprojekten, Konferenzbeiträgen und Veröffentlichungen zeigt (z. B. Mullis und Miggelbrink, 2021; Berg und Üblacker, 2020). Wie wir im Folgenden erläutern, sollten dabei auch theoretische Perspektiven diskutiert, überdacht und erweitert werden. Denn ein großer Teil bisheriger geographischer Forschung betrachtet extrem rechte Bewegungen unter dem Gesichtspunkt der räumlichen Verbreitung von Einstellungen oder als primär diskursives Phänomen. Jüngere konzeptionelle Entwicklungen in der Politischen Geographie können hier nützliche Impulse für eine Weiterentwicklung der Forschung zu extrem rechten Bewegungen geben. Einen möglichen Ansatzpunkt bieten assemblagetheoretische Perspektiven, die politische Bewegungen als heterogene Gefüge konzipieren und räumliche Prozesse als Zusammenspiel von Diskurs und Affekt untersuchen. Im Folgenden fassen wir zunächst bestehende Forschungsstränge in der Geographie zusammen, die sich mit extrem rechten Bewegungen in Deutschland befassen. Daran anschließend erörtern wir eine assemblagetheoretische Perspektive, die diese Bewegungen als Prozesse der Territorialisierung und Deterritorialisierung begreift. Darauf aufbauend skizzieren wir, welche Möglichkeiten eine solche Perspektive bietet: Wir schlagen vor, den Fokus der Wahlgeographie stärker auf Wahlkämpfe zu richten, Forschung zu geopolitischen Leitbildern um die Frage nach ihrer medialen Verbreitung und Resonanz zu erweitern sowie Raumproduktionen der extremen Rechten als Geographien von Gewalt zu thematisieren.

2 Politische Geographien der (neuen) extremen Rechten

In geographischen Auseinandersetzungen mit der extremen Rechten haben sich in der Vergangenheit vier Forschungsrichtungen herausgebildet: Erstens Forschung zur Verbreitung extrem rechter Einstellungen und zu Wahlerfolgen rechter Parteien; zweitens eine disziplinhistorische Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von geographischem Wissen und nationalsozialistischer Ideologie; drittens die Analyse rechter Diskurse und Ideologie im Hinblick auf geopolitische Leitbilder; sowie viertens Untersuchungen zu rechten Land- und Raumnahmen.

Die Analyse der räumlichen Verbreitung rechter Einstellungen hat zum Ziel, Wahlerfolge extrem rechter und rechtspopulistischer Parteien besser zu verstehen und zu erklären. Der Wahlsieg der NSDAP in Schleswig-Holstein im Jahr 1932 war Gegenstand der ersten deutschsprachigen wahlgeographischen Studie überhaupt (Heberle, 1934). Während soziologische und politikwissenschaftliche Wahlforschung der Frage „Wer wählt wen und warum?“ nachgeht, erweitert die Wahlgeographie die Analyse um eine räumliche Dimension, indem sie räumliche Muster in Wahlergebnissen herausarbeitet (Taylor und Johnston, 2015; Ante, 1982). Gegenstand deutschsprachiger Analysen rechter Wahlerfolge, insbesondere der AfD, sind Disparitäten zwischen Ost- und Westdeutschland sowie zwischen Stadt und Land (Bernet et al., 2019). Im Kern geht es darum, räumliche Differenzen in demographischen, sozialen oder ökonomischen Faktoren zu identifizieren und so die Komplexität räumlicher Muster im Wahlverhalten und deren soziale Ursachen herauszuarbeiten (Geilen und Mullis, 2021). Mullis und Zschocke (2019:6) betonen, dass es dabei „geteilte Einstellungsmuster und soziale Erfahrungen in Ost und West sowie in Stadt und Land sind, die die Prozesse einen und nicht deren räumliche Form“. Die aktuellen deutschsprachigen Debatten zur geographischen Wahlforschung bemühen sich dementsprechend, stark vereinfachenden räumlichen Gegenüberstellungen einen differenzierteren Blick entgegenzusetzen. Einige aktuelle Arbeiten fokussieren dabei auf Differenzen zwischen verschiedenen ländlichen Räumen (Simon, 2020), andere zielen auf sozialräumliche Polarisierungen innerhalb städtischer Kontexte (Geilen und Mullis, 2021; Mullis, 2018; Bescherer et al., 2021; Förtner et al., 2019). Kurz: Die geographische Wahlforschung nimmt an, dass sich extrem rechte Einstellungen auf soziale und ökonomische Differenzen zurückführen lassen, legt im Unterschied zu soziologischen und politikwissenschaftlichen Analysen den Fokus jedoch stärker auf die räumliche Dimension dieser Differenzen.

Eine zweite Forschungsrichtung sind disziplinhistorische Auseinandersetzungen mit dem Verhältnis von Geographie und extrem rechter Politik. Entsprechenden Arbeiten geht es nicht um eine Analyse der räumlichen Differenzierung rechter Einstellungen, sondern darum, welches geographische Wissen extrem rechter Politik zugrunde liegt. Sie haben herausgearbeitet, welches Wissen und welche Diskurse innerhalb der Geographie bis Mitte des 20. Jahrhunderts produziert wurden und wie sie Kolonialismus, nationalsozialistische Politiken oder Shoah legitimieren (Charlesworth, 1992; Heinrich, 1990; Michel, 2014; Rössler, 1987). Im Fokus der Analyse stehen dabei natur- und geodeterministische Vorstellungen über das Verhältnis von Volk, Staat und Raum sowie eine sozialdarwinistische Auslegung dieses Verhältnisses. Dabei wird insbesondere auf die Arbeiten von Friedrich Ratzel verwiesen, dessen Politische Geographie „eine machtvolle, ‚natürliche‘ Grundlage für die Großmachtphantasien der damaligen Zeit“ bildete (Reuber, 2012:80; Bassin, 1987). Kritisch diskutiert wurden darüber hinaus wirtschaftsgeographische Arbeiten wie Christallers Theorie der Zentralen Orte, die das Führerprinzip des Nationalsozialismus für die Raumplanung adaptierte (Kegler, 2015). Die Aufarbeitung politisch geographischer Wissensproduktion durch disziplinhistorische Arbeiten war dabei zentral für eine Neubegründung der Politischen Geographie in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg und die Entstehung einer kritisch geopolitischen Forschungsperspektive (Reuber, 2012).

Drittens betrachten Analysen geopolitischer Leitbilder im Sinne einer Kritischen Geopolitik, anknüpfend an disziplinhistorische Arbeiten, wie Wissen über geographische Zusammenhänge in Politik und Gesellschaft produziert und verbreitet wird, um (außen-)politische Entscheidungen zu legitimieren (Dodds, 2001; Ó Tuathail, 1996). Arbeiten zu Popular Geopolitics haben in diesem Kontext früh darauf aufmerksam gemacht, dass geopolitische Leitbilder nicht ausschließlich durch politische und akademische Zirkel und Institutionen entworfen werden, sondern maßgeblich durch Medien, Popkultur und alltägliche Praktiken produziert, reproduziert und verbreitet werden (Dittmer und Bos, 2019; Saunders und Strukov, 2018). Obwohl solche Perspektiven für die Analyse extrem rechter Bewegungen viel Potential beinhalten, liegen nur wenige Analysen geopolitischer Leitbilder rechter Bewegungen nach dem zweiten Weltkrieg vor. In einer Analyse von 2011 untersucht Schipper Repräsentationen von „Volk“, „Nation“ und „Europa“ in Diskursen der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD) und deckt inhärente Widersprüche zwischen völkischem Nationalismus und der Idee eines vereinigten „Europa der Vaterländer“ auf (Schipper, 2011). Hövel (2019) untersucht Reden und Interviews führender AfD-Politiker*innen von 2013 bis 2017 und zeigt, dass diese auf extrem rechte, ethnopluralistische und antagonistische Leitbilder rekurrieren. Wie Mattissek und Schopper (2019) darlegen, sind die Verweise und Leitbilder, mit denen die AfD operiert, dabei weitgehend kongruent mit Weltbildern, die auch von Medien der „gesellschaftlichen Mitte“ im Kontext der Migrationsbewegungen 2015 reproduziert wurden. Schopper (2022) zeigt am Beispiel extrem rechter Rapmusik darüber hinaus, wie die extreme Rechte in popkulturellen Kontexten nicht nur nationalistische bzw. völkische Identitätsangebote unterbreitet, sondern es auf eine Spaltung innerhalb der Gesellschaft absieht.

Ein vierter Forschungsstrang in der geographischen Auseinandersetzung mit der extremen Rechten thematisiert „Kämpfe um Raumhoheit“ (Schulze und Weber, 2011), „Landnahmen“ (Röpke und Speit, 2019) und rechte „Raumaneignung“ (Kubiak, 2020). Analysen zu Angsträumen, No-Go-Areas oder von der extremen Rechten ausgerufene „national befreite Zonen“ beschäftigen sich mit Räumen, auf die die extreme Rechte einen exklusiven Nutzungsanspruch erhebt und diesen durch explizite oder implizite Androhung von Gewalt durchsetzt. Ein überwiegender Teil der Forschung betrachtet dabei primär die mediale Repräsentation dieser Räume (Kubiak, 2020; Mohring und Rolfes, 2020). Döring (2008) geht darüber hinaus auch auf die Erfahrung solcher Räume durch (potenzielle) Opfer rechter Gewalt ein. Praktiken rechter Akteure hinsichtlich deren Raumaneignungen finden hingegen nur in wenigen Arbeiten Beachtung (Bürk, 2012; Kubiak, 2020), sicherlich auch aufgrund methodischer und forschungsethischer Herausforderungen.

Angesichts der Wahlerfolge der AfD, rechtsterroristischer Anschläge sowie der Mobilisierung gegen die Pandemiepolitik hat die geographische Forschung zur extremen Rechten in den vergangenen Jahren neuen Auftrieb erhalten (Mullis und Miggelbrink, 2021). Im Zuge dieser jüngeren Auseinandersetzung fordern Förtner et al. (2019), theoretische Perspektiven zu überdenken und zu aktualisieren. Dieser Forderung schließen wir uns an. Denn ein überwiegender Teil der politisch geographischen Forschung zur extremen Rechten betrachtet „die extreme Rechte“ als vergleichsweise statisches räumliches Phänomen, dessen Ursachen sie in gesellschaftlichen Einstellungen und sozioökonomischen Strukturen vermutet, oder sie reduziert die geographische Dimension der extremen Rechten auf geographische und geopolitische Imaginationen. Wir meinen hingegen, dass sich die Politische Geographie stärker mit der Frage beschäftigen sollte, wie sich extrem rechte Bewegungen innerhalb gesellschaftlicher Zusammenhänge formieren und wie sie gesellschaftliche und räumliche Ordnungen transformieren. Es geht also darum zu untersuchen, welche Prozesse in extrem rechten Bewegungen zum Ausdruck kommen und welche gesellschaftlichen Veränderungen sie in Gang setzen. Damit kann die Politische Geographie zu einem besseren Verständnis der Wirkungen beitragen, die extrem rechte Bewegungen innerhalb gesellschaftlicher Zusammenhänge entfalten und die maßgeblich an die „Verräumlichung“ von Macht geknüpft sind. Wir schlagen dazu eine assemblagetheoretische Perspektive vor, die extrem rechte Bewegungen als Prozesse der Territorialisierung und Deterritorialisierung konzipiert und das Verhältnis von Diskurs und Affekt in das Zentrum der Analyse stellt.

3 Diskurs, Materialität und Affekt in assemblagetheoretischer Perspektive

Assemblagetheorie betrachtet Wirklichkeit als Prozess, der auf das Zusammenwirken von Gefügen bzw. Assemblages zurückzuführen ist. Assemblages selbst sind heterogen, da sie eine symbolische ebenso wie materielle Dimension haben (DeLanda 2006): Eine räumliche Ordnung entsteht aus der Verknüpfung von Diskursen über Identität und Zugehörigkeit mit materiellen und körperlichen Ordnungsprozessen, wie (nationale) Grenzziehungen eindrücklich zeigen (Wiertz, 2020). Verstetigen sich Interaktionen zwischen Assemblages, können größere Assemblages entstehen (größer im Sinne der Anzahl von Komponenten, nicht notwendig im Sinne ihrer räumlichen Ausdehnung), deren Eigenschaften und Fähigkeiten jene ihrer Bestandteile übersteigen und in diesem Sinne emergent sind (DeLanda, 2006). Wirklichkeit und Gesellschaft lassen sich somit nicht auf ontologische Kategorien, Essenzen oder Strukturen zurückführen, sondern sind Ausdruck historisch kontingenter Interaktionen zwischen Assemblages über unterschiedliche Maßstabsebenen hinweg (DeLanda, 2006). In der Politischen Geographie wurden assemblagetheoretische Ansätze beispielsweise verwendet um aufzuzeigen, welche Relevanz materielle Strukturen und Affekte für ein Verständnis von Diplomatie und Geopolitik haben (Müller, 2012; Dittmer, 2014, 2017), oder um das Verhältnis von Diskurs, Technik und Natur in umweltpolitischen Gefügen zu adressieren (Mattissek und Wiertz, 2014).

Auch wenn Assemblagetheorie häufig als Hinwendung zu Materialität und als Abwendung von diskursanalytischen Perspektiven verstanden wird, argumentieren einige Autor*innen, dass die Frage nach der Verknüpfung von Diskurs, Materialität und Affekt zentral ist (Anderson, 2019; Wiertz, 2021b; Schurr und Strüver, 2016). Gerade im Hinblick auf extrem rechte Bewegungen, deren Kampf maßgeblich auf Interventionen im gesellschaftlichen Diskurs setzt, gleichermaßen jedoch physische Raumansprüche geltend macht und teils gewaltsam durchsetzt, erscheint eine solche konzeptionelle Verknüpfung gewinnbringend. Ein nützlicher Ausgangspunkt hierfür sind die Arbeiten von Deleuze und Guattari. Sie konzipieren eine Assemblage (frz. agencement) als relationale Anordnung von Äußerungen und Körpern. Eine Assemblage ist demnach zum einen ein kollektives Äußerungsgefüge, ein Begriff, der Parallelen zum Begriff der diskursiven Formation bei Foucault aufweist (Deleuze, 1992). Eine Assemblage lässt sich also im Hinblick auf die Organisation von Äußerungen und die Konstruktion von Wissen betrachten. Zum anderen ist sie jedoch auch ein Maschinengefüge, d. h., sie organisiert Relationen und Interaktionen materieller Gegenstände bzw. Körper. Für ein Verständnis der Entstehung einer Assemblage und ihrer Fähigkeit, Veränderungen anzustoßen, ist das Zusammenspiel beider Dimensionen zentral: Maschinen- und Äußerungsgefüge setzen sich wechselseitig voraus und beziehen sich aufeinander, stehen jedoch nicht in einem Repräsentations- oder einseitigem Bestimmungsverhältnis zueinander und lassen sich deshalb nicht auf die eine oder andere Dimension reduzieren (Deleuze und Guattari, 1992). Anspruch einer assemblagetheoretischen Betrachtung ist es daher zu untersuchen, wie Assemblages materielle und symbolische Prozesse kombinieren und dadurch gesellschaftliche Wirklichkeit strukturieren und transformieren (Mattissek und Wiertz, 2014).

Assemblagetheoretische Forschung wirft die Frage auf, wie diskursive und körperliche bzw. maschinelle Prozesse zusammenwirken und so gesellschaftliche Verhältnisse stabilisieren oder verändern. Die Tendenz zur Stabilisierung und Destabilisierung von Assemblages wird von Deleuze und Guattari mit den Konzepten der Territorialisierung und Deterritorialisierung beschrieben. Sie verwenden die beiden Begriffe für physische, aber auch für abstrakte Räumlichkeiten wie etwa Farbräume oder das musikalisch-zeitliche Raster, das ein Rhythmus erzeugt (Deleuze und Guattari, 1992). Territorialisierung und Deterritorialisierung bieten ein nützliches Begriffspaar für geographische Betrachtungen, denn sie legen nahe, Prozesse und Interaktionen unter dem Gesichtspunkt der Bildung und Transformation von Strukturen zu betrachten, die in gesellschaftlichen Zusammenhängen in aller Regel auch eine im engeren Sinne geographische Dimension haben: Die Errichtung eines Grenzzauns oder dessen Überwindung markieren Prozesse der (De-)Territorialisierung im Maschinengefüge, die in Resonanz oder Dissonanz mit einer diskursiven Assoziation von nationaler Identität und physischem Raum stehen. Sich wandelnde Identitätskonzepte können umgekehrt eine Deterritorialisierung im Äußerungsgefüge widerspiegeln, die bestehende Grenzen und Grenzpraktiken in Frage stellt und deren materielle Reorganisation anstößt.

Der Moment der Interaktion zwischen Assemblages wird in der Assemblagetheorie als Affekt bezeichnet. Ein Affekt bezeichnet demnach die Zustandsveränderung einer Assemblage, ausgelöst durch eine Begegnung mit einer anderen Assemblage (DeLanda, 2006). Entlang der Kritik von Leys (2011) und im Sinne feministischer Theorien von Emotion und Affekt sollte Affekt jedoch nicht rein materiell, körperlich oder vorsubjektiv begriffen werden (Fischer, 2016). Diese Forderung ist durchaus mit einer assemblagetheoretischen Perspektive vereinbar. Laut Spinoza, dessen Arbeiten Deleuzes Werk maßgeblich geprägt haben (Deleuze, 1988, 1993), entsteht in der Begegnung zweier Körper ein Vorstellungsbild, d. h. die Idee der Wirkung eines Körpers auf einen anderen. Verantwortlich für die Zustandsveränderung eines Körpers ist nicht die unmittelbare materielle Interaktion, sondern die Abfolge von Vorstellungsbildern, die in den Begegnungen von Körpern entstehen. Die Vorstellungsbilder sind dabei von vorgängigen Erfahrungen und Wissen geprägt (Deleuze, 1988:64f). Affekte sind also nicht allein materiell oder körperlich, denn die Wirkung einer Interaktion hängt von früheren Begegnungen und Vorstellungsbildern ab: Das Wissen über die Art und Weise, wie ein anderer Körper mit unserem interagiert, verändert die tatsächlichen Transformationen in der Begegnung (Deleuze, 1978). Das erklärt auch, warum Affekte kontingent und subjektabhängig sind (Schurr und Strüver, 2016). Des Weiteren folgt daraus die Möglichkeit, dass Denken und Äußerungen selbst Affekte produzieren. Nicht insofern sie eine Wirklichkeit, die sie repräsentieren, realisieren, sondern insofern sie Vorstellungsbilder hervorbringen. Ebenso wie von körperlichen Interaktionen werden wir durch Gedanken und Äußerungen affiziert, da in ihnen eine Wirklichkeit zum Ausdruck kommt, die unser Leben betrifft und verändert (Grosz, 2018:76f). Affekte können also sowohl vom Äußerungsgefüge als auch vom Maschinengefüge einer Assemblage ausgehen: Eine Bedrohung kann ebenso durch Äußerungen wie durch einen körperlichen Angriff ausgedrückt werden. Im Unterschied zu vielen gängigen Emotionsbegriffen sind Affekte dabei jedoch nicht auf ein Set von Kategorien psychischer Empfindungen begrenzt. Ein Affekt bezeichnet ein Erleben, das eine Assemblage in ihrer Heterogenität, d. h. in ihrer körperlichen wie symbolischen Dimension, betrifft.

Ein solcher Affektbegriff ermöglicht es, den Blick auf körperliche Praktiken und Interaktionen zu lenken, die für politische Prozesse zentral sind (Protevi, 2009). Gleichermaßen wirft er die Frage auf, welche Wirkung Äußerungen entfalten, wobei Wirkung als Affekt verstanden sich nicht in der Organisation von Wissen bzw. Bedeutung erschöpft (Wiertz, 2021b). Gerade extrem rechte Diskurse bzw. Äußerungsgefüge zeichnen sich dadurch aus, dass ihre Wirkung vielfach nicht allein oder primär auf eine logische argumentative Überzeugung zielt, sondern Weltbilder mit Empfindungen verknüpft (Wodak, 2016; Ebner, 2019). Für die Politische Geographie haben insbesondere Arbeiten zum Verhältnis von Affekt und Nationalismus auf diese Verknüpfung aufmerksam gemacht (Militz und Schurr, 2016; Antonsich und Skey, 2016). Für die Analyse von Territorialisierungs- und Deterritorialisierungsprozessen kann es dabei nützlich sein, den Blick nicht nur auf Affekte zu richten, sondern auf „affektive Atmosphären“ (Anderson, 2009). Affektive Atmosphären weisen über das individuelle und subjektabhängige Erleben einer Situation hinaus, indem sie die (materiellen und symbolischen) Aspekte einer Situation bzw. einer räumlichen Konfiguration adressieren, die dazu geeignet sind, bestimmte Weisen des Erlebens zu begünstigen.

Im Folgenden skizzieren wir, welchen Beitrag eine solche Perspektive für die Weiterentwicklung der politisch geographischen Wahl(kampf)forschung sowie zur Analyse medialer Diskurse und der Verbreitung geopolitischer Leitbilder leisten kann. Dabei betrachten wir jeweils, welche Komponenten Teil extrem rechter Assemblages bzw. Bewegungen sind und welche Rolle das Verhältnis von Diskurs und Affekt in Territorialisierungs- und Deterritorialisierungsprozessen spielt. Insbesondere im letzten Kapitel werden wir verdeutlichen, dass sich mit dieser Perspektive auch ein Weg ergibt, „Geographien von Gewalt“ extrem rechter Bewegungen zu thematisieren.

4 Von der Wahlgeographie zur Wahlkampfgeographie

Die geographische Wahlforschung sucht nach begünstigenden sozialen Faktoren, um Wahlergebnisse und deren räumliche Verbreitung zu erklären. Jedoch können diese Arbeiten selten eindeutige Korrelationen zwischen sozio-demographischen Daten und Wahlergebnissen herausarbeiten, weshalb manche Autor*innen eine stärker qualitative Ausrichtung der geographischen Wahlforschung fordern (Mullis, 2018). International hingegen wird schon länger eine Neuausrichtung der geographischen Wahlforschung hin zu einer Wahlkampfforschung angestrebt (Warf und Leib, 2011). Diese betrachtet Wahlen nicht primär unter den Gesichtspunkten des Wahlergebnisses oder der sozio-demographischen Eigenschaften der Wählenden, sondern betont die Wichtigkeit politischer Parteien und ihrer Aktivitäten für gesellschaftliche Transformationen (Page und Dittmer, 2015). Hierbei spielen assemblagetheoretische Ansätze eine zentrale Rolle. Page (2019) zeigt in einer Analyse des Haustürwahlkampfs der Labour-Partei in Großbritannien, dass Wahlkampf maßgeblich auf der Verknüpfung unterschiedlicher Komponenten und Akteure basiert. Neben materiellen Elementen wie Wahlwerbematerialien oder Computerprogrammen ist es die Einbindung von freiwilligen Wahlhelfenden und deren Interaktion mit potenziellen Wählenden, die Page in den Blick nimmt. Inwiefern es gelingt, Freiwillige in das Projekt des Wahlkampfs zu integrieren und Wählende zu mobilisieren, hängt, so Page, maßgeblich von den affektiven Interaktionen zwischen den unterschiedlichen Teilen der Assemblage ab.

Für ein Verständnis extrem rechter Wahlkämpfe ist eine solche Perspektive hilfreich, denn der Erfolg rechter Parteien hängt kaum allein davon ab, ob in einer Region Einkommen oder Arbeitslosigkeit hoch oder niedrig ist, sondern davon, ob es gelingt, Menschen zur Wahl zu mobilisieren, d. h., Unzufriedenheiten und latente Einstellungen anzusprechen, Wut zu verstärken und Identifizierungsangebote zu schaffen. Dafür greifen rechte Parteien auf unterstützende Netzwerke zurück, die in vielen Fällen räumlich über den Wahlbezirk hinausreichen. Im Fall der AfD sind es beispielsweise Verbindungen zur Identitären Bewegung (IB), zu autonomen Kameradschaften, zu völkischen Siedlungen, zu rechten Medien und Verlagen sowie zu gewaltbereiten Netzwerken, die im Wahlkampf mobilisiert werden, deren Relevanz für die Dynamik in Wahlkämpfen bislang jedoch kaum genauer untersucht wurde (Funke, 2016; Ramos und Torres, 2020; Speit, 2018). Dabei sind es Akteure aus diesen Netzwerken, die Wahlwerbung plakatieren, Musik auf Wahlkampfveranstaltungen machen, digitale Kampagnen organisieren oder auch Protestierende von Wahlkampfständen fernhalten. Teile der Netzwerke haben zudem eine transnationale Komponente (Macklin, 2013): Mehrfach wurde bereits auf die ideelle und finanzielle Unterstützung rechter Parteien in Europa durch Akteure aus Russland aufmerksam gemacht (Bidder, 2017).

Assemblagetheoretisch betrachtet erscheinen Wahlen also weitaus komplexer als eine Betrachtung soziodemographischer Daten oder geopolitischer Leitbilder allein vermuten ließe. Neben maßstabsübergreifenden Komponenten, die Teil rechter Wahlkampfassemblages sind, haben Wahlkämpfe dabei natürlich auch eine lokale und regionale Dimension, insofern sie an konkreten Orten stattfinden. Um solche Territorialisierungen zu untersuchen, ist ein Blick auf die situierten Praktiken des Wahlkampfs und deren affektive Dimension nützlich (Page, 2019; Schurr, 2013). So zeigt Schurr (2013) im Kontext des Präsidentschaftswahlkampfes in Ecuador, dass Affekte1 eine zentrale Rolle beim Aufbau einer Beziehung zwischen Kandidierenden und potentiellen Unterstützenden, aber auch innerhalb der Gruppe der Unterstützenden spielen. Ebenso wie Page skizziert Schurr damit eine Wahlgeographie, die versucht zu verstehen, wie Wahlkampfauftritte politische Gemeinschaften konstituieren, indem sie Beziehungen zu und zwischen Wählenden schaffen (Schurr, 2013). Wahlkampfsituationen lassen sich demnach als „electoral spaces“ (Schurr, 2013:115) betrachten, d. h. als temporäre Orte, an denen über Redeauftritte, Demonstrationen oder Wahlkampfstände inhaltliche Botschaften in affektive Atmosphären eingebettet werden, um Wählende für die eigene Agenda zu mobilisieren. Auch Wahlkampfpraktiken im Kontext extrem rechter Bewegungen lassen sich unter diesen Gesichtspunkten betrachten. Spannend für eine Analyse sind dabei nicht nur Territorialisierungen extrem rechter Bewegungen selbst, sondern auch jene des zivilgesellschaftlichen Widerspruchs, der die Beanspruchung von Räumen und Orten durch die extreme Rechte zu verhindern sucht oder sich bemüht, deren affektive Wirkung zu unterbrechen, indem beispielsweise Tagungsorte blockiert, Wahlkampfstände eingekreist, abgeschirmt oder parodiert werden, Kirchenglocken dauerläuten oder ausliegendes Material geklaut bzw. unbrauchbar gemacht wird.

Eine assemblagetheoretisch ausgerichtete Wahlkampfforschung fragt also nach den Netzwerken bzw. Assemblages, die extrem rechte Bewegungen im Umfeld von Wahlen bilden, und nach der Territorialisierung von Wahlkampfpraktiken in konkreten Orten und Situationen. Sie rückt dabei Parteien und Wahlergebnisse in den übergeordneten Kontext gesellschaftlicher Kämpfe um Identität und Raum. Eine solche Perspektive kann eine komplexere Geographie von Wahlen offenlegen, als es bisherige Arbeiten der Wahlforschung tun. Denn Wahlerfolge extrem rechter Parteien lassen sich so kaum mehr sinnvoll auf gesellschaftliche Strukturmerkmale in abgegrenzten räumlichen Einheiten zurückführen, sondern sind als Ausdruck von Wahlkampfassemblages zu betrachten, deren Deterritorialisierung in transregionalen Netzwerken und Territorialisierung in konkreten Orten des Wahlkampfs es zu analysieren gilt. Zentral sind dabei Affekte wie Wut und Empörung, die durch extrem rechte Bewegungen provoziert, mobilisiert und mit inhaltlichen Forderungen verknüpft werden. Dies geschieht nicht zuletzt in digitalen und sozialen Medien, die von extrem rechten Bewegungen gezielt zur Mobilisierung genutzt werden.

5 Extrem rechte Diskurse in digitalen Medien

Die im vorangehenden Abschnitt skizzierte Wahlkampfforschung lenkt den Blick auf die Netzwerke extrem rechter Parteien und auf die Mobilisierung von Wählenden an Orten des Wahlkampfs. Im Wahlkampf, aber natürlich auch darüber hinaus, verbreiten extrem Rechte Bewegungen geopolitische Leitbilder, d. h. räumliche Konstruktionen von Identität und Zugehörigkeit. Die Perspektive der Popular Geopolitics bietet nützliche Ansatzpunkte für die Erforschung neuer extrem rechter Strategien, deren erklärtes Ziel es ist, im Sinne der oben beschriebenen „Metapolitik“ auf gesellschaftliche Diskurse einzuwirken, und die sich verstärkt der Möglichkeiten digitaler Medien bedienen. Eine assemblagetheoretische Perspektive erweitert dabei den Blick auf die Rolle von Medien in der Organisation diskursiver Beziehungen und auf die affektiven Qualitäten von Äußerungen.

Aufgrund ihrer Funktionsweise schaffen digitale und soziale Medien neue Möglichkeiten der Diskursproduktion und -beteiligung. Extrem rechte Bewegungen haben diese Möglichkeiten in den letzten Jahren verstärkt für ihre Zwecke eingesetzt (Nagle, 2018; Ebner, 2019). Digitale und soziale Medien funktionieren dabei als „Verteilungsmaschinen“ (Harper und Savat, 2016) und sind als solche mitverantwortlich dafür, wie sich Weltbilder verbreiten und welche Nutzenden sie wann erreichen. Das Zusammenspiel von Äußerungen mit medialen Mechanismen und Algorithmen, die die Verteilung von Äußerungen steuern, löst Prozesse der Territorialisierung und Deterritorialisierung im virtuellen Raum aus (Wiertz und Schopper, 2019): Ein Beitrag auf Twitter oder Telegram kann sich in kürzester Zeit sehr schnell und weit verbreiten und eine sehr große Zahl an Nutzenden erreichen, die selbst keinen direkten Kontakt zum Urheber des Beitrags haben. Gleichzeitig können die Algorithmen die Territorialisierung von Äußerungen begünstigen, indem sie zur Bildung von Filterblasen oder Echokammern beitragen und die Verbreitung von Beiträgen hemmen (Wiertz, 2021a). Um zu verstehen, wie sich extrem rechte Leitbilder verbreiten und welchen Einfluss sie auf gesellschaftliche Diskussionen nehmen, ist es daher hilfreich, Diskurse selbst als Teil eines sozio-technischen Äußerungsgefüges zu betrachten (Harper und Savat, 2016). So zeigen Wiertz und Schopper (2019) in einer Analyse der Bundestagswahl 2017, wie eine extrem rechte Gruppierung unter dem Hashtag #reconquista Wahlwerbung für die AfD machte. Obwohl die Gruppe in absoluten Zahlen eine große Menge an Äußerungen produzierte, erfuhren diese Beiträge kaum Resonanz und Reichweite, weil nur eine verhältnismäßig kleine Gruppe von Accounts mit diesen Beiträgen interagierte. Diese Forschung zeigt, wie eine Verknüpfung diskursanalytischer Ansätze mit Ansätzen der Netzwerk- und Internetforschung es ermöglicht, die Dynamik extrem rechter Äußerungen differenzierter zu erfassen und zu bewerten (Wiertz und Schopper, 2019). Werden die Netzwerkinformationen zusätzlich mit Metadaten über den Ort eines Beitrags verknüpft, lassen sich so auch Erkenntnisse über räumliche Strukturierungen und transnationale Verknüpfungen gewinnen (Ramos und Torres, 2020).

Resonanz und Reichweite von Beiträgen in sozialen Medien werden aber nicht durch die Technik allein bestimmt, sondern ebenso von den Praktiken der Nutzenden und ihrer Interaktion. Verschiedene Studien zeigen, dass die affektive Qualität von Beiträgen maßgeblich dafür ist, wie viel Resonanz sie erfahren und wie weit sie sich in sozialen Medien verbreiten (Berger und Milkman, 2012; Stieglitz und Dang-Xuan, 2013). Gerade Beiträge der extremen Rechten im digitalen Raum zeichnen sich dadurch aus, dass sie inhaltliche Botschaften und geopolitische Leitbilder an die Mobilisierung von Wut, Hass oder Angst knüpfen (Ebner, 2018; Schopper, 2022; Wodak, 2016). Um zu verstehen, welche Weltbilder und Identitätskonstruktionen eine besonders hohe Resonanz erzielen und im gesellschaftlichen Diskurs „verfangen“, sollte sich die Analyse also neben dem Inhalt und dessen medialer Verbreitung auch mit dem Affektpotential von Äußerungen befassen, das im Zusammenspiel aus Texten, Symbolen, Bildern, Bewegungen, Farben und Musik entsteht. In der geographischen Forschung haben sich vor allem (auto-)ethnographische Methoden der Affektforschung etabliert (Pile, 2010). Diese Beiträge rekonstruieren die affektive Wirkung von Äußerungen, Orten oder Situationen, indem sie subjektives Erleben dokumentieren und interpretieren. In Erweiterung dazu ist es auch möglich, Affekte an inhaltlichen sowie formalen Merkmalen von Äußerungen festzumachen und so die affektiven Atmosphären zu identifizieren, die in sozialen Netzwerken wie Twitter oder Telegram und auf Plattformen wie Parler oder YouTube entstehen (Brinkema, 2014; Berg et al., 2019, Schopper 2022).

Für ein Verständnis extrem rechter Bewegungen ist eine weitergehende theoretische und methodische Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Diskurs und Affekt im medialen Raum auch deshalb zentral, weil sich extrem rechte Diskurse in vielen Fällen durch teils ungenaue oder widersprüchliche Weltbilder auszeichnen. Sie bieten vielfach keine logisch kohärente Perspektive auf die Welt an, sondern vermitteln eine geteilte Empfindung gesellschaftlicher Wirklichkeit. Während es in der Untersuchung geopolitischer Leitbilder häufig um die Herausarbeitung systematischer Deutungsmuster geht, steht hier also die Frage im Vordergrund, wie in Äußerungen und ihrer Verknüpfung eine Atmosphäre der Bedrohung und des Kampfs geschaffen wird, in der auch Gewalt als legitimes Mittel erscheint (Schopper, 2022). Geographien der Gewalt bilden vor diesem Hintergrund einen dritten Untersuchungsgegenstand für eine assemblagetheoretische Politische Geographie extrem rechter Bewegungen.

6 Geographien rechter Gewalt

Wie wir argumentiert haben, eröffnet ein assemblagetheoretischer Ansatz neue Blickwinkel auf Geographien von Wahlen und Wahlkämpfe einerseits sowie auf die Dynamik medialer Diskurse und die Verbreitung geopolitischer Leitbilder durch extrem rechte Bewegungen andererseits. Prozesse der Territorialisierung und Deterritorialisierung lassen sich aber auch in anderen Zusammenhängen untersuchen, etwa auf Demonstrationen, bei Konzerten, Flashmobs, „Patrouillen“ in städtischen Räumen, in extrem rechten Wohngemeinschaften oder Siedlungsprojekten. Eine assemblagetheoretische Perspektive vermag dabei den Blick einerseits auf die heterogenen und ortsübergreifenden Verknüpfungen zu lenken, die diese Raumnahmen relevant sind, und andererseits zu fragen, wie in diesen Konfigurationen Technik bzw. materielle Prozesse sowie Äußerungen und Affekte gesellschaftliche und räumliche Beziehungen strukturieren, ordnen oder auch auflösen. Dabei sollte nicht aus dem Blick geraten, dass politische Repräsentation und Metapolitik der extremen Rechten kein Selbstzweck sind. Was extrem rechte Bewegungen auszeichnet, ist ihr Kampf für eine Neuordnung von Identität und Raum im Sinne eines völkischen Nationalismus und der Ausschluss anderer Menschen aus dem gesellschaftlichen Zusammenleben. Gewalt ist dabei keine Ausnahme, sondern ein integraler Bestandteil solcher Bewegungen, wie massive Gewaltdrohungen im Internet und zahlreiche Gewaltverbrechen belegen.

Wie Ahmed argumentiert, legitimieren extrem rechte Bewegungen Gewalt als Form der Selbstverteidigung, in dem sie eine permanente Bedrohung des Eigenen durch das ausgeschlossene bzw. auszuschließende Andere konstruieren (Ahmed, 2004). Wenn die Schaffung räumlicher Arrangements durch extrem rechte Bewegungen als Versuch gelesen wird, die Vision einer autoritären und völkischen Gesellschaftsordnung zu verwirklichen, dann lohnt es sich, Territorialisierungsprozesse der extremen Rechten unter dem Blickwinkel der Gewalt zu thematisieren. Einen Ansatzpunkt hierfür bietet der Essay „Geographien des Zorns“ von Appadurai (2006), der verschiedene Arbeiten zu Geographien der Gewalt inspiriert hat, die sich mit gewaltsamen Konflikten in Ländern des globalen Südens auseinandersetzen (Korf und Schetter, 2015). Appadurai selbst untersucht in seinem Essay die Voraussetzungen für gewaltsame ethnische Konflikte im Zeitalter der Globalisierung. Anschlussfähig an eine assemblagetheoretische Perspektive ist sein Essay, weil er darauf hinweist, wie strukturelle Rahmenbedingungen mediale Diskurse um Identität und Zugehörigkeit sowie Affekte von Angst und Wut im Zusammenspiel Gewalt ermöglichen. Appadurai zufolge ist es die Globalisierung, die mit einer zunehmenden Verunsicherung im Hinblick auf das eigene Leben und die eigene Identität einhergeht. Diese Verunsicherung drückt sich in einer „anxiety of incompleteness“ (Appadurai, 2006:8) aus, die der Idealvorstellung einer homogenen Nation und ihrer territorialen Verfasstheit entgegensteht. Wichtig ist, dass diese Verunsicherung nicht aus sich heraus Gewalt begründet, sondern dass es einer erfolgreichen Mobilisierung von Angst und Zorn bedarf. Die dabei entstehenden Geographien des Zorns sind, so Appadurai, das situative Ergebnis eines Zusammenspiels von räumlich und zeitlich divergenten Ereignissen und Historien (Appadurai, 2006:100).

Appadurais Analyse setzt sich mit ethnischen Säuberungen und Kriegen auseinander. Und man mag entgegnen, dass es zu einfach ist, die Entstehung extremer Formen von Gewalt primär auf eine ökonomische und kulturelle Globalisierung zu schieben. Für eine kritische Auseinandersetzung mit den Geographien extrem rechter Bewegungen erscheint seine Analyse dennoch nützlich. Denn zum einen verweist Appadurai auf Globalisierung und ökonomische Unsicherheit nicht als Determinanten, sondern als strukturelle Voraussetzungen für ethnische Gewalt. Analog wird die Zunahme ökonomischer Unsicherheit und Ungerechtigkeit auch als mögliche Erklärung für das Erstarken extrem rechter Bewegungen thematisiert (Nachtwey, 2016). Vor allem aber gelingt es Appadurai, Gewalt weder auf ein reines Affektgeschehen zu reduzieren noch sie als bloße instrumentelle Rationalität zu denken. Vielmehr geht es um die Frage, wie affektive Atmosphären geschaffen werden, in denen sich Gewalt Bahn bricht. Im Kontext extrem rechter Territorialisierungen impliziert dies, dass Gewalt nicht erst in einem expliziten Aufruf als Möglichkeit aufscheint, sondern die Produktion von Affekten, insbesondere von Angst, Wut bzw. Zorn voraussetzt. Diese Produktion erfolgt durchaus mit Kalkül. Wie Korf (2010:62) schreibt: „Zorn allein (im Sinne eines kollektiven Affektes) regiert nicht die Welt. Es braucht auch die cleveren Zornmanager, die den Zorn erst politisch werden lassen – und die sich nicht allein von Affekten steuern lassen“. Schließlich macht Appadurai darauf aufmerksam, dass Zorn (und die auf ihn gründende Gewalt) räumliche Phänomene sind und sich auf ihre spezifischen Eigenschaften und Dynamiken hin untersuchen lassen.

Die Analyse richtet sich also auf die Frage, welche Geographien von Gewalt extrem rechte Bewegungen produzieren, indem sie Atmosphären und Räume schaffen, in denen Gewalt stattfinden kann. Diese Geographien können klein- und großräumig sein und betreffen auch Situationen, in denen die Möglichkeit von Gewalt ihre ausschließende Wirkung entfaltet, ohne notwendig angewendet zu werden. Es reicht, entsprechende Vorstellungsbilder hervorzurufen. Rechte Geographien von Gewalt können dabei klare räumliche Konturen annehmen, wenn beispielsweise ländliche oder städtische Gebiete als „nationalbefreite Zonen“ markiert werden, selbsterklärte „Bürgerwehren“ patrouillieren oder Veranstaltungen von Personen „gesichert“ werden, die über Kleidung, Tattoos oder Praktiken ihre Zugehörigkeit zum extrem rechten Milieu und ihre Gewaltbereitschaft signalisieren. Geographien von Gewalt können aber auch und gerade durch ihre deterritorialisierte Struktur Macht entfalten: Einschüchterung funktioniert dann besonders gut, wenn die Möglichkeit von Gewalt an einem beliebigen Ort zu einer beliebigen Zeit plausibel wird. Nur scheinbar harmlose „Stippvisiten“ extrem rechter Akteure auf Veranstaltungen zu Migration oder Rechtsextremismus, Gewaltdrohungen in Onlinemedien oder die Veröffentlichung von Privatadressen sind Beispiele dafür, wie extrem rechte Bewegungen die allgegenwärtige Möglichkeit von Gewalt gegen politische Gegner*innen einsetzen. Eine stärkere Thematisierung solcher Geographien der Gewalt ist zentral, um die gesellschaftlichen Transformationsprozesse zu verstehen, die extrem rechte Bewegungen auslösen – auch, um wirksame Gegenstrategien zu entwickeln.

7 Fazit

Die Geschichte der Politischen Geographie ist eng mit der extremen Rechten verbunden. Bot die Politische Geographie zunächst die wissenschaftliche Basis für Kolonialismus, Expansionspolitik und Nationalsozialismus, war die Dekonstruktion rechter geopolitischer Leitbilder maßgeblich für die Wiederbegründung einer deutschsprachigen Politischen Geographie. Das Erstarken neuer extrem rechter Bewegungen in den vergangenen Jahren hat zu einer verstärkten wissenschaftlichen Auseinandersetzung geführt, auch in der Geographie. Dabei stellt sich die Frage, welchen Beitrag das Fach im Kontext einer zunehmend interdisziplinären und internationalen Auseinandersetzung mit der extremen Rechten leisten kann und möchte. Hierzu wünschen wir uns eine verstärkte theoretische Diskussion über die räumliche Dimension der extremen Rechten, die „hybride“ und relationale Raumkonzeptionen aus Assemblagetheorie, feministischer Geographie, Praktikentheorie und anderen aktuellen Forschungsrichtungen aufgreift. Ziel unseres Beitrags war es, den Blick über Leitbilder und die räumliche Verbreitung extrem Rechter Einstellungen und Aktivitäten hinaus auf Praktiken und Prozesse zu lenken, die auf eine Restrukturierung gesellschaftlicher Beziehungen im Sinne eines autoritären und völkischen Nationalismus hinwirken und ihren Ausdruck in räumlichen Konfigurationen auf unterschiedlichen Maßstabsebenen finden. Assemblagetheoretisch sind solche Prozesse auf das Zusammenwirken materieller und diskursiver Dimensionen von Assemblages zurückzuführen. Anhand der Beispiele Wahlkampfforschung und digitale Medien haben wir verdeutlicht, wie eine solche assemblagetheoretische Perspektive den politisch geographischen Blick verlagert. Ein wesentlicher Punkt ist dabei die Analyse von Affekten bzw. affektiven Atmosphären, wobei Affekte nicht als vor- oder außerdiskursive spontane körperliche Empfindungen verstanden werden sollten, sondern als die Art und Weise, wie das Erleben konkreter Situationen durch heterogene Arrangements aus Köpern und Äußerungen strukturiert wird. Wie wir im letzten Abschnitt argumentiert haben, ergibt sich daraus auch eine Möglichkeit, Geographien von Gewalt als eine zentrale Dimension extrem rechter Politik zu thematisieren. Wir hoffen, mit diesem Beitrag auch zu zeigen, dass assemblagetheoretische Ansätze entgegen einiger kritischer Stimmen (z. B. Kinkaid, 2020) durchaus zu einer differenzierten Analyse von Macht und Ungleichheit beitragen können.

Die angeführten Themenfelder in diesem Beitrag sind natürlich nicht als Versuch der disziplinären Eingrenzung zu verstehen. Vielmehr hoffen wir, dass über die theoretische Horizonterweiterung auch eine inhaltliche Ausweitung der Beschäftigung mit rechten Bewegungen stattfinden kann. Weitere Themenfelder, zu denen die Politische Geographie nicht zuletzt aufgrund ihrer Perspektivenvielfalt wichtige Beiträge zu leisten vermag, sind beispielsweise die Verquickung extrem rechter Bewegungen mit der kapitalistischen Gegenwart (Toloudis, 2020), gesellschaftliche Aushandlungsprozesse um Erinnerungsorte nationalsozialistischer Verbrechen (Kübler, 2019), extrem rechte Diskurse um Entwicklung oder rechte Positionen in Klima- und Umweltschutzdebatten (Forchtner, 2019). Auch wenn ein assemblagetheoretischer Ansatz aus unserer Sicht viele spannende Möglichkeiten bietet, diese Themen zu adressieren, ist er selbstverständlich nicht die einzige Möglichkeit, das Verhältnis von Geographie und extrem rechter Politik zu denken. Eine theoretische Limitierung assemblagetheoretischer Ansätze besteht sicher darin, dass die Ausweitung auf materielle und symbolische, menschliche und nicht-menschliche Dimensionen gesellschaftlicher Wirklichkeit leicht zu einer analytischen „Orientierungslosigkeit“ führt. Die kursorischen Diskussionen in diesem Beitrag können für die jeweiligen thematischen Bereiche Anhaltspunkte für eine Theoretisierung bieten, erfordern je nach empirischer Problem- und Fragestellung jedoch sicher eine weitere Spezifizierung. Eine Herausforderung ergibt sich zudem mit Blick auf die empirische Operationalisierung assemblagetheoretischer Ansätze im Kontext extrem rechter Bewegungen. Denn die Analyse räumlicher Territorialisierungsprozesse wirft die Frage nach den Zugangsmöglichkeiten und auch der möglichen Gefährdung der Forschenden selbst auf, insbesondere, wenn es um Analysen von Zorn und Gewalt geht. Schließlich möchten wir an dieser Stelle betonen, dass sich unsere Beispiele vorwiegend auf (De-)Territorialisierungsprozesse beziehen, die von der extremen Rechten ausgehen. Mindestens ebenso wichtig erscheint uns eine verstärkte Auseinandersetzung mit emanzipatorischen Projekten und der Frage, welche Strategien und Praktiken es ermöglichen, der antidemokratischen und menschenverachtenden Politik der extremen Rechten entgegenzutreten. Auch in dieser Richtung freuen wir uns auf weiterführende Diskussionen aus politisch geographischer Perspektive.

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Autorenmitwirkung

Beide Autoren haben an der Konzeptualisierung und der Verfassung des Manuskriptentwurfs sowie an der Überprüfung und Überarbeitung nachfolgender Versionen mitgewirkt. TW hat den Konzeptions- und Schreibprozess geleitet und die Fördermittel für das Projekt akquiriert.

Interessenkonflikt

Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Haftungsausschluss

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Danksagung

Wir bedanken uns bei der Herausgeberin und zwei anonymen Gutachter*innen für die konstruktiven Kommentare zu früheren Entwürfen des Artikels.

Finanzierung

This research has been supported by the German Research Foundation (Deutsche Forschungsgesellschaft, DFG) (grant no. 455052174).

Begutachtung

This paper was edited by Nadine Marquardt and reviewed by two anonymous referees.

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1

Schurr verwendet den Begriff Emotion, der in feministischen Ansätzen bisweilen synonym zu Affekt verwendet wird und im Sinne unserer Konzeption auf das Verhältnis symbolischer Repräsentationen und körperlicher Empfindungen verweist (Fischer, 2016; Schurr and Strüver, 2016).

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Short summary
The article suggests that assemblage theory offers a fruitful approach to study territorializing and de-territorializing tendencies of far-right movements given its relational approach to discourses, materialities and affects. It redirects attention to the geographies of election battles, helps to interrogate the mediated geopolitics of far-right movements, and allows examining the territorialization of discourses and affects by considering differentiating geographies of fear and anger.