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German Theory: Ein Nachwort
Eberhard Rothfuß
In this afterword to the themed issue „German Theory“, we look back how „German Theory“ started off as a discussion circle at the lakeshores of Zürich and return to the different contributions of the themed issue to reflect on the meaning of German Theory. We propose to understand „German Theory“ as a constellation of German-Jewish thought that flourished in the cultural and intellectual life of the Weimar Republic but also encapsulated the contradictions and antagonisms of that age. Thinking in constellations means more than „thinking with“ – it requires a return to the original territories of thought, in which the questions and antagonisms of these thinkers were debated, and to identify if and how those questions and debates resonate with today's political conjuncture. We identify two constellations – Cassirer-Heidegger and Benjamin-Schmitt – as central intellectual meeting points where key antagonisms of Weimar and today are at stake, which makes them important theoretical resources for contemporary critical theory in and beyond human geography.
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29. Januar 2018: Im Seminarraum der Limnologischen Station der Universität Zürich in Kilchberg, direkt am Zürichsee, traf sich ein Gesprächskreis zur „German Theory“ und las Texte von Hans Blumenberg und Ernst Cassirer. Seitdem gab es sechs weitere Treffen, meist am Zürichsee. Als Lektüre nahm sich der Kreis Helmuth Plessner (2008), Walter Benjamin (2019), Hannah Arendt (2019), Günther Anders (2023), Reinhart Koselleck (2024) und Edith Stein (2025) vor.1 Dem Gesprächskreis ging es um ein lesendes, gemeinschaftliches Erschließen und Begreifen von Schlüsseltexten deutscher Geistesgeschichte. Diese gemeinschaftlichen „Tauchgänge“ zu versunkenen Schätzen deutschsprachiger Geistesgeschichte sollten zu einer „Rekonstruktion und Wiederaneignung verschütteter und untergegangener intellektueller Denkwege“ beitragen (vgl. Korf et al., 2022:85). So sollte aus einer Leerstelle – der unzureichenden Rezeption deutscher Geistesgeschichte in deutschsprachiger und anglophoner Geographie – eine Lehrstelle werden: ein Raum der philologischen und theoretischen Wiedergewinnung.
Die Gespräche am Zürichsee praktizierten das konzentrierte Lesen ohne unmittelbares Verwertungsinteresse und öffneten dadurch einen „Denkraum der Besonnenheit“ im Sinne Aby Warburgs (Warburg, [1920] 2018:485). Für Warburg ist der Denkraum der Besonnenheit ein Distanzierungsmoment – ein „Akt der bedächtigen Reflexion“ und der Besinnungspause (Wedepohl, 2014:38). Manche haben diese Praxis als „slow science“ (Schlottmann, 2021; Weichhart, 2012) und „close reading“ (Guillory, 2025) bezeichnet, aber wir sprechen lieber von „radical reading“. Im Sinne der lateinischen Bedeutung von radicalis verstehen wir darunter ein Lesen, das an die Wurzel geht (Dickel in Rothfuß et al., 2024:126).
Aus diesem Ursprung eines „radical reading“ ist mittlerweile eine umfassendere intellektuelle Agenda entstanden, die wir im Editorial zu diesem Themenheft skizziert haben (Korf et al., 2022): Neben die Wiedergewinnung durch „Tauchgänge“ zu den versunkenen Schätzen tritt das Gespräch und der Austausch über die deutschsprachige Geistesgeschichte hinaus – mit der French Theory, Italian Thought und „British Theory“ und ihrer Rezeptionen in der Humangeographie. German Theory ist potenziell immer auch „entangled theory“ und damit eine kosmopolitische Geographie (Minca, 2018). Eine solche German Theory ist derzeit noch eine „Geographie im Konjunktiv“ (Korf, 2023:325) – ein Potenzial, das sich noch nicht aktualisiert hat, denn die anglophone Geographie ist weit von einer solchen kosmopolitischen Geographie entfernt.
Das vorliegende Themenheft unternimmt einen ersten Schritt auf dem Weg zu einer German Theory. Dazu kommen unterschiedliche Stile, Formen und Ansätze zum Tragen. Wie eine kalte Dusche wirkt zunächst Ute Wardengas skeptischer Einwand, in der deutschsprachigen Länderkunde und Landschaftsgeographie sei „im Geist einer German Theory“ wenig herauszuholen (Korf et al., 2024:10). Dennoch tauchen einige Beiträge in die Disziplingeschichte der Geographie ein, um daraus theoretische Anregungen für die heutige Geographie abzuleiten. Maximilian Gregor Hepach (Hepach, 2023) geht zurück zu den intellektuellen Wurzeln von Carl Sauers Morphology of Landscape in der deutschen Geographie des 19. Jahrhunderts, um daraus phänomenologische Impulse für die heutige Geographie abzuleiten. Benedikt Korf (2023) spürt der Foucault-Rezeption in der Neuen Kulturgeographie nach und zeigt auf, wie sich daraus ein spezifisch „deutscher“ Foucault entwickelte, der zugleich wenig Resonanz mit Foucault-Rezeptionen in der anglophonen Geographie erzeugte. Gerhard Rainer und Simon Dudek (Rainer and Dudek, 2022) folgen vier deutschen Geographen mit nationalsozialistischen Verflechtungen nach Argentinien. Sie zeigen auf, dass „entangled theory“ oder „traveling theory“ nicht nur progressive, sondern auch reaktionäre Spuren hinterlassen kann.
Die widersprüchliche Gemengelage zwischen Anthropozentrik und More-Than-, Post-, Trans-, Non-, Other-Than-Humanism(s) spielt in einer Reihe von Beiträgen eine Rolle, die zur Klärung die Philosophische Anthropologie Helmuth Plessners heranziehen. Serge Middendorf, Sebastian Purwins und Christina Walter (Middendorf et al., 2022) fragen nach dem Anthropos, seinem Einfluss, seiner Verantwortung und – mehr und mehr – seinem Wesen. Durch den Einfluss des New Materialism wird in der Humangeographie jedoch gerade nicht über den Anthropos im Anthropozän diskutiert. Thomas Dörfler und Eberhard Rothfuß (Dörfler und Rothfuß, 2023) positionieren das leibliche Mensch-Umwelt-Verhältnis als realistischen Konstruktivismus gegen fundamentale Widersprüche mehr-als-humaner und posthumaner Denkströmungen. Dazu verbinden sie die German Theory der Philosophischen Anthropologie nach Helmuth Plessner und der Neuen Phänomenologie nach Hermann Schmitz mit der French Theory nach Maurice Merleau-Ponty. Huib Ernste (2023) nimmt in seinem Beitrag „Critical critical posthumanism in human geography“ beide skeptischen Stränge auf, um mit Plessners philosophisch-anthropologische Sichtweise auf Mensch-Welt-Verhältnisse gegen simplizistische Kategorisierungen posthumaner Anschauungen zu argumentieren.
Andere Beiträge beschäftigen sich mit Handlungstheorie, Erinnerungspolitik und Systemtheorie: Olaf Kühne, Laura Leonardi und Carsten Berr (Kühne et al., 2023) nehmen sich Karl Popper und Ralf Dahrendorf vor, um eine anti-totalitäre und anti-autoritäre Begrifflichkeit von Lebenschancen zu entwickeln. Sie streifen dabei Benno Werlens Popper-Rezeption, verlassen aber die bekannten Pfade der handlungstheoretischen Geographie. Elena Hubner (2023) folgt Jan und Aleida Assmann in ihrem spezifisch „deutschen“ Denkstil, dem Gedächtnis einen Raum zu geben – nicht nur in der Wissenschaft, sondern auch in öffentlichen Erinnerungsdebatten zur deutschen Vergangenheit. Schließlich nimmt Pascal Goeke (2023:170) die Tauchgänge zur German Theory „als Zeichen für die Kontingenzen beim wissenschaftlichen Entscheiden“, um mit Systemtheorie – einem sehr deutschen Theorieprodukt – über Entscheidungen in der Wissenschaft nachzudenken.
Aus dem Überblick über das Themenheft könnten unterschiedliche Schlussfolgerungen gezogen werden. Einerseits hat German Theory ein reichhaltiges Spektrum von Herangehensweisen und Ansätzen befruchtet. Andererseits könnte der Vorwurf der Beliebigkeit oder Schwammigkeit vorgebracht oder wieder einmal die Metapher der „bunten Blumenwiese“ (Schurr und Weichhart, 2020) bemüht werden. Aus diesem Grund möchten wir in diesem Nachwort einige Gedanken dazu entwickeln, was die Konturen einer German Theory ausmachen könnte.
Was eigentlich ist „deutsch“ an der German Theory? Diese Frage ist natürlich zu klären und wirft zugleich eine Reihe von Folgefragen auf: Sind alle oder nur eine bestimmte Gruppe von deutschsprachigen Autorinnen und Autoren der Vergangenheit potenzielle Quellen einer German Theory? Ist German Theory das Arbeiten „mit“ Plessner, Popper, Assmann? Oder erschöpft sich German Theory in historischer Rückschau auf die Denkpfade deutschsprachiger Geographie?
Vittorio Hösle hat eine kurze Geschichte der deutschen Philosophie geschrieben (Hösle, 2013). Für ihn ist der deutsche Idealismus – Kant, Hegel, Fichte und so weiter – und sein Nachwirken in der deutschen Geistesgeschichte der zentrale Nukleus der deutschen Philosophie. Aber der Idealismus wird im Themenheft (und auch in der Geographie) kaum rezipiert. Und doch ist diese Spur für unser Anliegen interessant. In seinen philosophiehistorischen Forschungen zu den „Problemen, Debatten und Ursprüngen“ der idealistischen Philosophie führt Dieter Henrich den Begriff der Konstellation ein (Henrich, 1991). Die Erforschung von Konstellationen bedeutet für ihn, die Debatten und Diskussionen, in denen die Texte einer Zeit entstanden sind, zu rekonstruieren und für die gegenwärtige Rezeption fruchtbar werden zu lassen. Deutung erfolgt nicht allein textimmanent, sondern durch ein Verständnis der darin verhandelten Fragen und ihrer gesellschaftlichen Kontexte. Bei Henrich erfordert Konstellation also eine Durchdringung von gesellschaftlichem Kontext, Denkkollektiv und verhandelten Fragen. Henrich selbst spricht von der „Erschließung eines Denkraums“ (Henrich, 1991:215ff.).
In ähnlichem Sinn nutzte Karl Mannheim den Begriff der (geistesgeschichtlichen) Konstellation bereits 1922: Für ihn ist die Konstellation eine „Grundkategorie der soziogenetischen Betrachtung“ (Mannheim, [1922] 1980:107): Konstellation bezeichnet die Relation verschiedener Kollektive, die, wie Andrea Albrecht es formuliert, „in einem dynamischen Mit- und Gegeneinander zeit- und gruppenspezifische Anschauungen von der Welt entwerfen“ (Albrecht, 2025:54). Diese „Weltanschauungen“ sind für Mannheim jeweils von nur situations- und gruppengebundener Geltung (Mannheim, [1922] 1980:101f.).
Eine andere Bedeutung erhält der Begriff bei Walter Benjamin, der die Konstellation zwischen Vergangenheit und Gegenwart vergegenwärtigen will – nämlich genau jene Konstellation, „in die seine eigene Epoche [des Historikers] mit einer ganz bestimmten früheren getreten ist“ (Benjamin, 1991:704). Für Benjamin ist die Geschichte „Gegenstand einer Konstruktion, deren Ort nicht die homogene und leere Zeit, sondern die von Jetztzeit erfüllte bildet“ (Benjamin, 1991:701). Der Historiker „begründet so einen Begriff der Gegenwart als der ‚Jetztzeit‘, in welcher Splitter des messianischen eingesprengt sind“ (Benjamin, 1991:704). So tritt die Konstellation auch in eine Beziehung mit der Möglichkeit einer besseren Zukunft.
Beide Bedeutungen von Konstellationen spielen bei unserem Verständnis von German Theory zusammen: Henrich und Mannheim geben uns ein methodisches Rüstzeug an die Hand, um Texte in Denkräumen zu verorten und ihre situationsgebundene Geltung zu verstehen. Benjamin stellt die Frage, welcher Denkraum der Vergangenheit als Konstellation der Gegenwart etwas zu sagen hat.
Über Benjamin folgen wir einer Spur zu den intellektuellen Konstellationen in der Zeit der Weimarer Republik, die einerseits in die Zeit vor den Ersten Weltkrieg zurückreichen und zugleich in die Nachkriegszeit der jungen Bundesrepublik weiterwirken. Weimar ist zum Signum für die „Schicksalsstunden“ (Ulrich, 2024) und „die Entscheidung“ (Bisky, 2024) geworden, die 1933 zur Installation von Adolf Hitler als Reichskanzler führte. Es ist dieses unrühmliche Ende, das sich von Weimar in die Erinnerung der Bundesrepublik eingeschrieben hat (Hochmuth et al., 2020). Doch sollte Weimar nicht nur ad negativum rezipiert werden – als Scheitern der ersten deutschen Republik. Weimar war, wie Eric D. Weitz treffend getitelt hat, „promise and tragedy“ – Versprechen und Tragödie zugleich (Weitz, 2007), ein Ort kultureller Avantgarde, technologischer Innovation und gesellschaftlicher Umbrüche. Jähner spricht von diesen intensiven Zeiten als „Höhenrausch“ (Jähner, 2024). Der Höhenrausch endete in scharfen gesellschaftlichen und intellektuellen Antagonismen, die sich in deutsch-jüdischen Konstellationen kristallisierten, die liberale und radikale gegen reaktionäre Positionen stellten. Diese Antagonismen prägen politische und theoretische Positionierungen bis heute, ohne dass deren Genealogie(n) immer bedacht würden. Indem German Theory zu diesen Konstellationen zurückkehrt, spürt sie einem intellektuellen Spannungsfeld nach, das stark in die intellektuelle Neugründung der Bundesrepublik hineingewirkt hat und bis heute weiterwirkt.
Phänomenologie und Philosophische Anthropologie bildeten sich um eine solche deutsch-jüdische Konstellation. Die Phänomenologie Husserls bildete den Ausgangspunkt für Heideggers Fundamentalontologie, auch wenn Heidegger sich von seinem jüdischen Lehrer und Vorgänger an der Universität Freiburg nicht nur intellektuell, sondern nach 1933 auch politisch distanzierte und zu Husserls Tod aufgrund von dessen jüdischer Herkunft keine Kondolenz aussprach (Di Cesare, 2016:182ff.). Eng verbunden mit der Phänomenologie war die Philosophische Anthropologie, insbesondere die Arbeiten von Max Scheler und Helmuth Plessner. Eine Kritik ihrer Arbeiten durch Ernst Cassirer stand am Ausgangspunkt der berühmten Davoser Disputation 1929, in der Cassirer, der kulturtheoretisch geweitete Neukantianer, mit Heidegger diskutierte, der seine existenzialistische Fundamentalontologie vorstellte. Cassirer, liberaler Demokrat, der sich für die Republik einsetzte und 1933 Deutschland verlassen musste, traf auf Heidegger, um den sich viele junge, völkisch bewegte Menschen scharten, und der 1933 Rektor der Universität Freiburg im Breisgau wurde.
In Hans Blumenberg fand diese Konstellation nach dem Zweiten Weltkrieg eine kongeniale Synthese. Blumenberg dachte Phänomenologie, insbesondere Husserls Begriff der Lebenswelt, Philosophische Anthropologie, Mythos und Metaphorologie zusammen. Blumenberg war aber skeptisch gegenüber Husserls Letztbegründungsanspruch der Wissenschaft im Kontext der Subjektivität. Er sah in solchen Versuchen eher eine Legitimationskrise, wie er in seinem monumentalen Werk „Die Legitimität der Neuzeit“ (Blumenberg, 1966) ausführte. Blumenberg setzte auf die Geschichte der Selbstbehauptung des Menschen, also darauf, wie Menschen immer wieder Antworten auf das radikal Unverfügbare finden. Hans Blumenberg war auch im kritischen Austausch mit Ernst Cassirer – und positionierte sich zunehmend gegen Heidegger, den er in seiner Habilitationsschrift (Blumenberg, [1950] 2022) noch wohlwollend rezipiert hatte. Blumenberg richtet sich gegen Heideggers Diagnose der Seins-Vergessenheit der europäischen Philosophie, die die historische Eigenständigkeit und Legitimität der neuzeitlichen Denkformen unterschätze.
Blumenberg zeigt noch eine weitere Spur zu einer Konstellation aus Weimar, die für die intellektuellen Debatten der jungen Bundesrepublik eine wichtige Rolle spielen sollte: zur Politische Theologie Carl Schmitts, dessen Säkularisierungsthese Blumenberg in „Die Legitimität der Neuzeit“ einer fundamentalen Kritik unterzog. Gegen Schmitt betont Blumenberg, dass die Neuzeit nicht bloß eine säkulare Fortsetzung der Theologie sei, sondern eine eigenständige „Selbstbehauptung“ des Menschen. Jacob Taubes hat Blumenberg widersprochen: Gegen Blumenbergs Versuch, die Moderne vom theologischen Erbe abzulösen, verteidigt Taubes die politisch-theologische Sprengkraft religiöser Tradition in der Gegenwart. Über Taubes führt die Spur zurück nach Weimar: 1985 machte Taubes einen Brief publik, den Walter Benjamin 1930 an Schmitt schrieb. Darin bekannte Benjamin gegenüber Schmitt, dass er dessen Souveränitätsbegriff viel verdanke (Taubes, 1987). Doch diese Aussage bedeutet nicht, dass Benjamin mit Schmitt politisch übereinstimmte. Benjamin betreibt Politische Theologie, aber aus einer jüdischen Perspektive. Für Benjamin wie für Taubes leben theologische Energien in der Moderne als kritisches, messianisches Potenzial fort. So wendet sich Taubes zugleich gegen Blumenbergs Rationalismus und Schmitts reaktionäre Position und ist so ein wichtiger Stichwortgeber der kritischen Theorie von Giorgio Agamben und Alain Badiou geworden (Korf, 2024).
Blumenberg ist also eine wichtige Verbindungsfigur zwischen der Phänomenologie und Philosophischen Anthropologie auf der einen und der Politischen Theologie auf der anderen. Aber Blumenberg ist nicht der Einzige: Auch Helmuth Plessner hat in seiner Philosophischen Anthropologie zwischen diesen Denkräumen agiert. Plessners Affinitäten zum Begriff des Politischen bei Schmitt als Unterscheidung von Freund und Feind und dessen Dezisionismus für die Ausformulierung seiner Philosophischen Anthropologie sind eingehend belegt (Kramme, 1989). Axel Honneth wirft Plessner vor, seine eigene philosophisch-anthropologische Theorie für eine von ihm selbst abgelehnte politische Richtung instrumentalisiert zu haben, was eine fundamentale Abweichung von seinem eigenen Theoriegebäude darstelle. Honneth betont, dass „Plessner allein dort der Lehre Schmitts naherückt, wo er sich selber sehr fremd geworden ist“ (Honneth, 2002:28). An diesem Punkt gälte es philologisch und theoretisch nachzuhaken.
Eine andere Verbindungsfigur könnte Edith Stein sein. Stein, eine Jüdin, die zum Katholizismus konvertierte und schließlich als Ordensfrau in den Kölner Karmel eintrat, versuchte in ihren Arbeiten Husserls Phänomenologie in die katholische Theologie, insbesondere die (katholische) Neuscholastik und den Neothomismus der Weimarer Republik hineinzutragen. Zwar setzt sie sich nicht direkt mit Schmitt auseinander, aber ihre Konzeption der göttlichen Trinität als Ausdruck der liebenden und wechselseitigen Selbsthingabe (Stein, [1938] 2025:299) stellt sie klar gegen Schmitts Idee, den modernen Souverän als säkularisierte Gottesmacht anzusehen (wobei bei Schmitt eher ein strafendes Gottesbild Pate steht). Stein starb 1942 in Auschwitz, Schmitt schrieb 1934 „Der Führer schützt das Recht“ – Stein wurde zum Opfer des nationalsozialistischen Regimes, Schmitt zu seinem opportunistischen Apologeten. Auch hier zeigen sich die tiefgehenden Antagonismen der deutsch-jüdischen Konstellationen von Weimar.
Nach 1945 prägte Schmitt (neben Ernst Jünger) den Begriff des Weltbürgerkriegs. Der Begriff, ursprünglich von Kant vorgeschlagen, um die Notwendigkeit eines Völkerrechts zu betonen, wurde von reaktionären Denkern zu einer metapolitischen Waffe gegen „die Linke“ umfunktioniert. Jünger und Schmitt verstehen darunter eine globale Auseinandersetzung auf metaphysischer Ebene, in der die traditionelle Ordnung existentiell bedroht sei – von Modernisierung, Kommunismus, Liberalismus. In den deutsch-jüdischen Konstellationen aus Weimar, die wir hier skizziert haben, sind diese Konfliktlinien vorgezeichnet. Taubes sprach in einem Brief an Schmitt von einem „Abgrund“ (Kopp-Oberstebrink et al., 2012:35), der sich zwischen ihnen trotz ihres gemeinsamen Interesses für theologische Fragen auftat. Im 21. Jahrhundert akzentuieren sich diese Antagonismen wieder – etwa im wachsenden Rechtspopulismus und auch in einer geopolitischen Polarisierung.
Phänomenologie und Philosophische Anthropologie auf der einen Seite und Politische Theologie auf der anderen sind für uns zwei wichtige Konstellationen deutsch-jüdischer Denkräume in der Weimarer Republik, deren Fragen und Kontroversen nicht nur in die junge Bundesrepublik weitergetragen wurden, sondern auch heute wieder aktuell sind, auch wenn Begrifflichkeiten und intellektuelle Sprache zumindest in geographischen Theoriedebatten andere geworden sein mögen. Konstellatorisch zu denken bedeutet demnach nicht, mit Schmitt, Heidegger, Benjamin, Plessner, Husserl oder Blumenberg zu denken, und damit immer schon zu sehen und zu wissen, sondern ein Zurückgehen zu den Fragen und antagonistischen Positionen, die am Anfang der Konstellationen standen, in denen dieses Denken sich entwickelte, und dann diese Fragen und Debatten in die Gegenwart zu tragen. In diesem Sinn ist German Theory einem geistesgeschichtlichen Denkstil und der darin angelegten hermeneutischen Praxis verpflichtet und zugleich theoretisch orientiert (vgl. dazu auch Korf und Verne, 2016).
Ein Beispiel zur Veranschaulichung: In den Konstellationen der German Theory scheint eine religionsphilosophische Sprache auf – selbst da, wo sie, wie bei Blumenberg, zurückgewiesen wird. In Debattenräumen der Geographie gibt es für diese religionsphilosophischen Spuren wenig Sensibilität. So werden Adorno, Benjamin und Horkheimer vornehmlich als historische Materialisten gelesen, die sie in gewissem Sinne auch waren, aber ihre theologischen Motive und Begriffe – z. B. Benjamins Messianismus oder Adornos Begriff der Erlösung – ignoriert (vgl. Korf, 2022:191ff.). Dass dies nicht notwendigerweise so sein muss – auch für linke, kritische Theorie – zeigt die Italian Theory, einschlägig hier die Arbeiten von Giorgio Agamben und Roberto Esposito, aber auch die French Theory – Jacques Derrida, Emmanuel Levinas, Alain Badiou – wie auch die anglophone Critical Theory, z. B. Simon Critchley, oder auch Slavoj Žižek. Mit religionsphilosophischen und theologischen Debatten vertraut zu sein ist nicht nur kompatibel mit agnostischen und atheistischen Positionen, sondern ermöglicht erst eine Fundierung kritischer Theorie und Geographie.
Religionsphilosophische Konstellationen spielen übrigens auch in die Disziplingeschichte der deutschsprachigen Geographie hinein, wie die Kontroverse zwischen Ulrich Eisel und Hans-Dietrich Schultz über den politischen Charakter der Geographie im 19. Jahrhundert zeigt. Eisel verortet die idiographische Landschafts- und Länderkunde im christlichen Humanismus und erkennt darin „die theologischen Wurzeln des geographischen Konservatismus“ (Eisel in Eisel and Schultz, 2008:11). Schultz hielt hingegen die klassische Geographie für vielgestaltiger und vieldeutiger als Eisel (Schultz in Eisel und Schultz, 2008:256). Um Schultz zu widerlegen, arbeitete sich Eisel durch die theologischen Grundlagen des humanistischen Individualitätsbegriffs (Eisel, 2021). Nicht allen mögen die Feinheiten dieser theologischen Diskurse eingängig sein, noch mögen sie in Eisels hermetisches Werk einsteigen wollen. Aber religionsphilosophisch komplett unmusikalisch zu bleiben, ist angesichts von Eisels Befund problematisch. Zum Glück können wir seit kurzem auf die Arbeit von Simon Runkel zurückgreifen, der nicht nur diese Debatte, sondern auch andere gemeinsame intellektuelle Wurzeln von Geographie und Theologie herausgearbeitet hat (Runkel, 2024).
Tauchgänge in die deutschsprachige Geistesgeschichte sollten sich nicht in scholastischen Übungen von Gelehrsamkeit (am Zürichsee) erschöpfen, um allgemeingültige, zeitlose Wahrheiten zu formulieren und sich in eine illusorische Sphäre reiner, universaler Vernunft zurückzuziehen, wie Bourdieu (2004) die reine Philosophie in seinen „Meditationen“ trefflich kritisiert hat. Dabei könnten die sozialen, praktischen und institutionellen Bedingungen ihrer Herstellung vergessen gehen. Wichtiger für unser Anliegen ist der Punkt, dass eine reine Scholastik im Widerspruch zu Benjamins Denken in Konstellationen steht. Benjamin möchte aufzeigen, wie Begriffe, Erfahrungen und Texte wie Sterne zu Konstellationen verbunden sind, die etwas sichtbar machen, ohne ein endgültiges Bild zu fixieren. So sieht es auch Mannheim: „Wenn man einmal den Gedanken gefasst hat, dass Ideologien der Gegner eben Funktionen ihrer Weltlage sind, so kann man sich davor nicht verschließen, dass auch die eigenen Ideen Funktionen eines sozialen Seins sind“ (Mannheim, [1925] 1964:321). Diese Denkweise, die aus der deutsch-jüdischen Erfahrung von Exil, Fragmentarität und Auslegungstradition hervorgeht, richtet sich gegen totalitäres, abschließendes Denken. German Theory, wie wir sie verstehen, ist diesem Denken in Konstellationen verpflichtet.
Für diesen Artikel wurden keine Datensätze genutzt.
BK und ER haben den Text zusammen verfasst, wobei BK sich stärker in die Passagen zu Politische Theologie, Schmitt, Benjamin, Taubes und ER in diejenigen zu Phänomenologie und Philosophischer Anthropologie einbrachten.
Die Autor:innen erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.
Anmerkung des Verlags: Copernicus Publications bleibt in Bezug auf gerichtliche Ansprüche in veröffentlichten Karten, institutionellen Zugehörigkeiten oder anderen geographischen Begrifflichkeiten neutral. Die letztendliche Verantwortung für geeignete Ortsnamen liegt bei den Autor:innen. Die im Text geäußerten Ansichten sind die der Autor:innen und spiegeln nicht unbedingt die Ansichten des Verlags wider.
German Theory würde nicht existieren ohne dass sich immer wieder am Zürichsee, und manchmal auch anderswo, konstituierende Denkkollektiv von Kolleginnen und Kollegen. Wir sind euch allen zu unermesslichem Dank verpflichtet. Besonders hervorheben möchten wir Woody Sahr, der mit uns die Initiative begründet und auch aus der Ferne intellektuell begleitet und inspiriert hat.
Dieser Artikel wurde von Nadine Marquardt redaktionell betreut und durch ein:e Expert:in in einem double-blind Review-Verfahren begutachtet.
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Die COVID-19 Pandemie sorgte für eine Lücke zwischen 2020 und 2022.
German Theory, we explain the origins and meaning of
German Theoryas a constellation of German-Jewish thought that although it has its origins in the cultural and intellectual life of Weimar still has something important to say to contemporary human geography and its theoretical debates.
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